Plattform zu Beton und Stahl im Bauwesen
Weiße Sandwichfassade verleiht dem nachhaltigen Krankenhaus ein unverwechselbares Erscheinungsbild
Bei der Herstellung der Fassadenelemente fiel die Wahl auf Aalborg Portland D-Carb, einen weißen Zement, dessen CO₂-Emissionen geringer sind als die von herkömmlichem weißem Zement.

Weiße Sandwichfassade verleiht dem nachhaltigen Krankenhaus ein unverwechselbares Erscheinungsbild

Durch eine durchdachte Kombination aus BIM-Planung, vorgefertigten Sandwichpaneelen und weißem Beton nimmt ein zukunftsorientiertes Pflegeheim in Vilvoorde Gestalt an

Auf dem ehemaligen CAT-Gelände neben dem Bahnhof von Vilvoorde entsteht derzeit das neue AZ Jan Portaels. Das Krankenhaus, das voraussichtlich 2027 in Betrieb genommen wird, ist eines der größten Bauprojekte im Gesundheitswesen in Flandern. Der Komplex wird als kompaktes und flexibles Krankenhaus mit einer Fläche von rund 52.000 m² konzipiert, das Platz für 300 Betten, moderne Sprechstundenbereiche und umfangreiche Einrichtungen für die Tagesklinik bietet. Der neue Campus soll nicht nur dem aktuellen Bedarf im Gesundheitswesen gerecht werden, sondern auch ausreichend anpassungsfähig sein, um zukünftige Entwicklungen im Gesundheitswesen aufzufangen.

Die Umsetzung erfolgt durch TM Cordeel Belgium, die Groep Van Roey und Imtech, während Bureau Bouwtechniek innerhalb des Bauteams für die ausführende Architektur verantwortlich ist. Die Architektur des Gebäudes stammt von VK architects+engineers und dem niederländischen Büro Wiegerinck. Gemeinsam entwickelten sie einen Entwurf, in dem Funktionalität, Nachhaltigkeit und ein unverwechselbares architektonisches Erscheinungsbild Hand in Hand gehen.

Einer der auffälligsten Bestandteile des Projekts ist die Fassade. Diese besteht aus vorgefertigten weißen Beton-Sandwichpaneelen, die dem Krankenhaus ein helles und modernes Erscheinungsbild verleihen. Die Fassade ist jedoch weit mehr als nur ein ästhetisches Element. Hinter dem Entwurf verbirgt sich ein umfassender technischer Prozess, in dem digitales Engineering, Vorfertigung und Materialinnovation zusammenkommen.

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Fassadendetail aus Fertigbeton mit weißem D-Carb-Zement von Aalborg Portland, verbaut im neuen AZ Jan Portaels.

Laut Bureau Bouwtechniek bestand eine wichtige Herausforderung darin, den architektonischen Entwurf in eine technisch umsetzbare Realität zu übertragen. Als ausführender Architekt war das Büro für die Detailplanung des Projekts und die Koordination der verschiedenen technischen Disziplinen verantwortlich. Dank eines konsequenten BIM-Ansatzes wurde das gesamte Gebäude bis ins Detail digital ausgearbeitet. Dadurch konnten Schnittstellenprobleme zwischen Tragwerk, Haustechnik und der komplexen vorgefertigten Sandwichfassade bereits vor der Produktion gelöst werden. Die BIM-Modelle bildeten somit eine zuverlässige Grundlage für die Vorfertigung, Logistik und Montage, was die Ausführungsrisiken begrenzte, Zeitersparnisse brachte und eine hohe Bauqualität sicherstellte.

Mehrere Oberflächenstrukturen in einem Element

Die vorgefertigten Sandwich-Fassadenelemente wurden von C-concrete hergestellt, einem Unternehmen der Cordeel-Gruppe, das auch Fertigbeton an externe Auftraggeber liefert. Für das Projekt wurden etwa 150 vorgefertigte Sandwichplatten entwickelt und produziert. Bemerkenswert ist dabei, dass innerhalb eines Elements verschiedene Oberflächenstrukturen kombiniert werden. So weist die Fassade sowohl glatte als auch gestrahlte Oberflächen auf, was für ein subtiles Spiel aus Texturen und Lichtreflexionen sorgt. Zudem wurden die Fensterkonstruktionen bereits während des Produktionsprozesses im Werk von C-concrete vollständig integriert. Dadurch konnten die Fassadenelemente als komplette Baukomponenten auf die Baustelle geliefert und montiert werden.

Diese weitgehende Vorfertigung bringt wesentliche Vorteile mit sich. Nicht nur die Bauzeit auf der Baustelle wird erheblich verkürzt, auch die Ausführungsqualität steigt, da die Produktionsbedingungen besser kontrolliert werden können. Zudem werden die Auswirkungen von Wetterbedingungen auf den Zeitplan begrenzt. Für große Nutzbauprojekte wie Krankenhäuser, bei denen strenge Fristen und hohe Qualitätsanforderungen gelten, stellt dies einen wichtigen Mehrwert dar. Da die Fensterelemente einschließlich der Verglasung bereits vor der Anlieferung auf die Baustelle eingebaut werden, wird die Sicherheit auf der Baustelle erheblich erhöht.

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Der hohe Weißgrad des Zements sorgt für eine stärkere Reflexion des Sonnenlichts. Dadurch erwärmt sich die Fassade weniger schnell.

Weißer Zement

Bei der Herstellung der Fassadenelemente fiel die Wahl auf Aalborg Portland D-Carb, einen weißen Zement mit geringeren CO₂-Emissionen als herkömmlicher weißer Zement. Nach Angaben der beteiligten Parteien spielte Nachhaltigkeit bei dieser Entscheidung eine wichtige Rolle. Das Material bietet nicht nur die erforderliche Festigkeit für die Fertigelemente, sondern trägt auch zu den Umweltzielen des Projekts bei. Zudem sorgt der hohe Weißgrad des Zements für eine erhöhte Reflexion des Sonnenlichts. Dadurch erwärmt sich die Fassade weniger schnell, was sich positiv auf den thermischen Komfort und den Kühlbedarf des Gebäudes auswirken kann.

Die Nachhaltigkeitsziele des Krankenhauses gehen übrigens über die Fassade hinaus. Das Gebäude wird vollständig elektrisch betrieben und nutzt unter anderem einen Wärme- und Kältespeicher, Solarmodule, Wärmerückgewinnung und Regenwasserrückgewinnung. Auch die Kompaktheit des Entwurfs trägt zu einem geringeren Energieverbrauch bei. Gleichzeitig wurde großer Wert auf Flexibilität gelegt, sodass Abteilungen in Zukunft ohne umfangreiche bauliche Umbauten angepasst werden können.

Das Projekt zeigt, wie der zeitgenössische Gesundheitsbau zunehmend als ganzheitliche Herausforderung betrachtet wird, bei der sich Architektur, Technik, Nachhaltigkeit und Umsetzbarkeit gegenseitig verstärken. Das AZ Jan Portaels veranschaulicht zudem, wie sich Fertigbeton von einem rein konstruktiven Baumaterial zu einer hochwertigen Gesamtlösung entwickelt, in der Ästhetik, Leistung und Nachhaltigkeit zusammenkommen. Dank der engen Zusammenarbeit zwischen Architekt, Hersteller und Bauunternehmer entsteht ein Krankenhaus, das nicht nur für die Gesundheitsversorgung von morgen gerüstet ist, sondern auch einen Maßstab für die heutige Baubranche setzt. 

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