Eine dauerhafte Betonsanierung kann nur dann gewährleistet werden, wenn eine Reihe wesentlicher Schritte im Prozess eingehalten wird: eine gründliche Diagnose bzw. Voruntersuchung, die Anwendung der richtigen Sanierungstechniken mit geeigneten Produkten sowie sorgfältige Kontrollen während und nach der Ausführung der Arbeiten. Um die Lebensdauer des sanierten Betons zu verlängern, ist ein zusätzlicher Schutz erforderlich.
Ein auf der Grundlage von Projektinformationen und Produkteigenschaften erstelltes Lebenszykluskostenmodell liefert einen Kostenvergleich zwischen Betonsanierung in Kombination mit Schutzmaßnahmen und Betonsanierung ohne Schutzmaßnahmen. Dieser Bericht kommt zu dem Schluss, dass jeder in den Schutz investierte Euro eine Einsparung von 3 bis 5 Euro an wiederkehrenden Reparaturkosten bringt und dass ein geeigneter Schutz im Durchschnitt drei Reparaturzyklen innerhalb der Lebensdauer des Bauwerks überflüssig macht.
Sobald die Betonsanierung also durchgeführt wurde, muss ein Schutz angebracht werden, um langfristig neue Schäden zu verhindern. Der Schutz muss in erster Linie den in der Norm EN 206-1 (Betonnorm) beschriebenen Umgebungsbedingungen entsprechen. Die NBN EN 1504-2 legt wiederum die verschiedenen Arten von Schutzprodukten fest.
In Umgebungen, in denen die Gefahr von Korrosion durch CO₂ besteht, sollten karbonatisationshemmende Beschichtungen verwendet werden. Meist handelt es sich dabei um wasserbasierte Emulsionen auf Acrylbasis. Die wichtigsten Eigenschaften karbonatisationshemmender Beschichtungen sind natürlich in erster Linie die Beständigkeit gegen das Eindringen von CO₂. Das Material muss wasserdicht sein, gleichzeitig aber wasserdampfdurchlässig bleiben. Auf diese Weise schützen diese Beschichtungen den Beton vor dem Eindringen von CO₂ und verbessern die Feuchtigkeitsregulierung sowie den elektrischen Widerstand des Betons.
Nachhaltige, karbonatisationshemmende Beschichtungen weisen in der Regel auch eine hohe Rissüberbrückungsfähigkeit auf und sind witterungsbeständig. Solche Beschichtungen sind in verschiedenen Farben erhältlich, was gleichzeitig für ein ästhetisches Gesamtbild sorgt.


Korrosionsinhibitoren sind Moleküle, die die Korrosion der Bewehrung verhindern und verlangsamen. Diese Systeme kommen vor allem bei Gebäuden an der Küste, in Häfen – beispielsweise für Kaimauern, Stege und Brücken – sowie bei Industrieanlagen zum Einsatz, die mit Meerwasser und Chloriden in Kontakt kommen, wie Kühltürme, Tanks, Silos usw. Die Inhibitoren müssen bis zur Bewehrung transportiert werden, um ihre Wirkung zu entfalten. Deshalb sind die Moleküle in einem Trägerstoff gelöst, der durch Imprägnierung in den Beton eindringt. Die Träger können auf verschiedenen Technologien basieren: Systeme auf Wasser- oder Alkoholbasis. Die effizientesten Systeme basieren, genau wie bei den Hydrophobierungen, auf Silanen. Diese gewährleisten nämlich ein tiefes Eindringen. In diesem Fall kombiniert man eine Hydrophobierung mit Korrosionsschutz.
Gemäß NBN EN 1504 entsprechen die wichtigsten Eigenschaften dieser Systeme denen der Hydrophobierung. Die Hersteller müssen die elektrochemischen Eigenschaften des Korrosionsschutzes durch Messungen vor Ort, Referenzen und auf der Grundlage unabhängiger Prüfberichte nachweisen.
Ein Schutz vor chemischer Korrosion ist in der Industrie häufig erforderlich, beispielsweise bei Einfassungen, Auffangbecken und Behältern, aber auch zum Schutz vor biogenen Schwefelsäuren in Kläranlagen, Kanalisationen usw. Auf dem Markt gibt es eine Vielzahl von Technologien. Die Wahl des Produkts hängt von der Anwendung und den Umgebungsbedingungen wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit sowie einer offenen oder geschlossenen Umgebung ab. Auch die vorübergehende oder dauerhafte Einwirkung bestimmter Chemikalien spielt eine wichtige Rolle. Treffen Sie Ihre Wahl stets in Absprache mit dem Lieferanten.
Unter bestimmten Umständen muss Beton vor Feuer geschützt werden. Bei hohen Temperaturen kann es nämlich zu ‘Abplatzungen’ kommen oder tragende Betonkonstruktionen können versagen. Je nach den Gegebenheiten, der gewünschten Oberflächenbeschaffenheit und der erforderlichen Feuerwiderstandsdauer kann zwischen verschiedenen Lösungen gewählt werden. An Stellen, an denen der ästhetische Aspekt keine große Rolle spielt, können feuerhemmende Spritzmörtel verwendet werden. Diese Mörtel werden in den meisten Fällen maschinell aufgetragen. Auch feuerhemmende Farbe kann in bestimmten Fällen eine Lösung darstellen. Schließlich lassen sich Betonsäulen, -wände oder -decken auch mit Plattenmaterialien feuerhemmend schützen.
Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit Steven Van den Wyngaert, Sika Belgium