Der Verband Betonstahl Niederlande (VWN) will ein Gesicht und eine Stimme für seine Mitglieder sein. “Unsere Stärke liegt in der Zusammenarbeit und im Setzen klarer Ziele”, sagt Geschäftsführer Michel Tonino. “Nur so können unsere Mitglieder intelligenter, nachhaltiger und noch kundenorientierter bauen.”
Tonino spricht mit Begeisterung über die Anwendung der Lean-Prinzipien in der Bewehrungsindustrie. “Bei Lean geht es um Zusammenarbeit, Visualisierung und kontinuierliche Verbesserung”, sagt er. “Indem wir Prozesse transparent machen und gemeinsam überlegen, was verbessert werden kann, entstehen intelligente Lösungen. Dabei steht der Anwender - der Kunde - zunehmend im Mittelpunkt.”

Ein bemerkenswertes Credo der Vereinigung ist ‘SMOOTH’. Laut Tonino eine spielerische Abwandlung des bekannten ‘SMART’-Prinzips. “SMART ist nicht sexy”, meint er schmunzelnd. “SMOOTH steht für Specific, Measurable, Unachievable, Unrealistic but Time-bound. Denken Sie: ‘Wir werden Olympiasieger’. Das scheint unmöglich zu sein, aber genau das veranlasst dich, darüber nachzudenken, was nötig wäre, um diesen Punkt zu erreichen. Wenn man das ernst nimmt, kommt man erstaunlich weit.”

Der VWN hat eine Reihe von Schwerpunkten für die nächsten vier Jahre formuliert. Der erste: eine intensivere Zusammenarbeit mit anderen Parteien im Beton- und Bausektor, wie der Concrete Association, Concrete House und Rijkswaterstaat. “Außerdem beteiligen wir uns an der Community of Practice (CoP) Wiser Reinforcement, die sich mit effizienterer Bewehrung und der Reduzierung übermäßiger CO2-Emissionen beschäftigt. Es gibt noch viel zu gewinnen, wenn man intelligenter baut. Wir verwenden oft mehr Stahl und Zement als nötig, aus Vorsicht oder aus Zeitgründen. Durch den Austausch von Wissen können wir diesen Überschuss reduzieren.”

Ein zweites großes Problem ist der Zustrom von jungen Menschen. “Der ist seit Jahren versiegt”, stellt Tonino fest. “Wir wollen die Branche attraktiver machen und die praktisch ausgebildeten jungen Leute besser erreichen.” VWN arbeitet an modularen Ausbildungen und EVC-Pfaden, damit junge Menschen Schritt für Schritt Berufskenntnisse erwerben können. “Kleine, konkrete Module erleichtern den Einstieg und das Weiterkommen.”

Der dritte Pfeiler ist die Stärkung von VWN als Wissenspartner in der Kette. “Wir wollen die Anlaufstelle sein, wenn es um Technik, Qualität und Erhaltung von Betonstahl geht”, sagt er. Dies geschieht durch Themennachmittage, Wissensaustausch und Zertifizierungsverfahren wie die BRL 0507 mit eigenem Kompetenzzertifikat und die Erweiterung der BRL0503 um eine Kategorie F für Ermüdung. “Diese Zertifikate helfen unseren Mitgliedern, nachweisbare Qualität zu liefern und ihre Prozesse weiter zu professionalisieren”, betont Tonino. “Außerdem sind wir auf dem Concrete Event 2025 präsent, um die Bewehrungsindustrie auch dort sichtbar zu machen.”

Innovation ist unter den Mitgliedern lebendig und verbreitet. Die Unternehmen experimentieren mit 3D-Modellierung, Augmented Reality und Robotisierung, um die Vorfertigung und Herstellbarkeit zu verbessern. Sie suchen auch nach alternativen, hybriden Formen der Bewehrung, die zur CO2-Reduzierung beitragen können. “Es geht nicht darum, am Alten festzuhalten”, sagt Tonino. “Wir müssen offen für Veränderungen sein und gemeinsam mit den Kunden nach den intelligentesten Lösungen suchen. Nur so bleiben wir als Branche zukunftssicher.”
Mit 40 engagierten Mitgliedern, wachsender Zusammenarbeit und einer klaren Ausrichtung blickt Tonino zuversichtlich in die Zukunft. “Wir tun es gemeinsam. Unser Verband ist von und für die Mitglieder und gemeinsam bauen wir eine starke, nachhaltige Bewehrungsindustrie auf.”