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BeNeLux Stahlbrücken-Wettbewerb 2025: Das sind die Gewinner!

BeNeLux Stahlbrücken-Wettbewerb 2025: Das sind die Gewinner!

Am Mittwoch, den 11. Februar, organisierten Bouwen met Staal und InfoSteel die Präsentation des BeNeLux Steel Bridge Contest 2025 im LEF Future Center im Rijkswaterstaat in Utrecht. Die Fachjury unter dem Vorsitz von Gerhard Nijenhuis (ipv Delft) wählte aus insgesamt 49 Einsendungen und zehn Nominierungen die beiden Gewinner und einen Kreativitätspreis aus.

Gewinner der Kategorie Verkehrs- und Eisenbahnbrücken: OA265: Die Brücke über die Gleise in Bettembourg-Gare (LU) OA 265 oder die Emile-Hammerel-Brücke in Bettembourg-Gare (LU) hat den Preis in der Kategorie Verkehrsbrücken gewonnen. In dieser Kategorie nahmen dreizehn Projekte teil. Die Jury hat fünf dieser dreizehn Projekte nominiert. Aus den Nominierungen wurde OA 265 zum Kategoriesieger gewählt.

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Daphne Deckers (Victor Buyck) und Joost Merema (Pro6 Managers) während der Keynote ‘Von der vertraglichen Transaktion zu einer zukunftsorientierten Beziehung: Kunden und Marktteilnehmer als Verbündete’.

Die Émile-Hammerel-Brücke überspannt die sieben Gleise des Bahnhofs Bettembourg im Süden Luxemburgs und ermöglicht die Durchfahrt der N13. Das ursprüngliche Bauwerk, ein gebogener Brückenabschnitt aus Spannbeton mit einer Länge von 148 Metern, ruhte auf zwei Widerlagern und fünf Pfeilern, von denen sich drei direkt im Bahnhofsbereich befanden. Nach vergleichenden Studien entschied man sich für einen Wiederaufbau. Da die geforderte Mindestspannweite mehr als 75 Meter betrug, wurde eine Bogenkonstruktion gewählt, deren Brückendeck in einer 52 Meter langen Kurve an die Straße anschließen sollte, wodurch eine einzigartige Besonderheit geschaffen wurde. Die orthotrope Konstruktion, die vollständig aus Stahl besteht, war ein Ergebnis der allgemeinen Optimierung der Vorlaufzeit.

Die Jury begründete ihre Entscheidung: “Der begrenzte Raum um den Bahnhof Bettembourg und der Wunsch, weniger Stützen zu verwenden, führten zu diesem ungewöhnlichen Entwurf. Der Abriss der Betonfahrbahn und der Einbau des Stahlbogens erforderten eine nur vierwöchige Gleissperrung. Besonders gelungen ist die Kombination eines einlagigen Bogens mit der gebogenen Fahrbahn. Auf diese Weise wurde eine große Spannweite erreicht und die Brücke an die Umgebung angepasst. Der relativ kleine Kurvenradius der Brücke macht es möglich, die Brücke mit einem einzigen Tragbogen zu bauen. Die Jury schätzt diese kreative Lösung sehr.”

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Gare de Bettembourg (LU). (Bild: Tralux)

Standort: Bettembourg-Gare, Bettembourg (LU). Projektpartner: Auftraggeber: Administration des Ponts et Chaussées, Luxemburg (LU), Designer/Architekt: Lux Ouvrage d'Art, Niederkorn (LU), Planungsbüro (Stabilität): Lux Ouvrage d'Art, Niederkorn (LU), Kontrollbüro: SGI Luxemburg, Luxemburg (LU)/SECO, Diegem (BE), Generalunternehmer: Tralux, Leudelange (LU), Stahlbauunternehmen: MBB (Metallic Bridges of Belgium), Ocquier (BE).

Die Nominierten in dieser Kategorie waren:

- Brücke ‘Gull Wing’, Lowestoft (UK);

- Renovierung der Haringvliet-Brücke, Numansdorp (NL);

- Renfrew Bridge über den Clyde, Renfrewshire (UK);

- Straßenbrücke über den Albert-Kanal, Wijnegem (BE).

Gewinner der Kategorie Fahrrad- und Fußgängerbrücken:

Passerelle auf dem Eisenbahnviadukt in Albi (FR)

Die Fahrrad- und Fußgängerbrücke Albi in der gleichnamigen französischen Stadt hat den Wettbewerb in der Kategorie Fahrrad- und Fußgängerbrücken gewonnen. Für diese Teilnahmekategorie gab es 36 Beiträge, von denen fünf Projekte von der Jury nominiert wurden.

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Passerelle de l'île Girodet, Bourg-lès-Valence (FR). (Bild: Corentin Haubruge)

Albi, eine Stadt mit reicher Geschichte, wurde 2010 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. In diesem Zusammenhang wurde die Idee geboren, eine Fahrrad- und Fußgängerbrücke zu schaffen, die als Ausleger eines Eisenbahnviadukts aus dem 19. Das Viadukt, das immer noch in Betrieb ist, ist ein Backsteinbauwerk von bemerkenswerter Kohärenz. Die vollständig aus Stahl gefertigte Passerelle ist daran befestigt und interagiert auf subtile Weise mit der bestehenden Struktur.

Die Jury begründete ihre Entscheidung: “Eine Fußgängerbrücke auf einem historischen Eisenbahnviadukt ist eine komplexe Aufgabe. Ein völlig geradliniger Entwurf hätte zu einem etwas langweiligen Bild geführt. Ney & Partners und MS-A hatten den Wettbewerb 2011 mit einem Entwurf gewonnen, der sich durch Balkone unter den Bögen auszeichnet. Die lange Zeitspanne zwischen Wettbewerb und Realisierung deutet darauf hin, dass der Prozess der Verwirklichung nicht einfach war. Die relativ bescheidene Integration des neuen Decks in die historische Brücke ist wunderbar. Auch die Idee, die Balkone in Richtung der Bögen zu platzieren, ist nach Meinung der Jury ein Glücksfall. So entsteht ein neues Ganzes, das überrascht, ohne übertrieben zu sein.”

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Renovierung der Haringvliet-Brücke, Numansdorp (NL). (Bild: Rijkswaterstaat)

Standort: Place du Château 2, Albi (FR). Projektpartner: Auftraggeber: Communauté d'agglomération de l'Albigeois, Albi (FR), Designer/Architekt: Ney & Partners, Brüssel-Bruxelles (BE), Planungsbüro (Stabilität): Ney & Partners, Brüssel-Bruxelles (BE), Kontrollbüro: Apave, Montauban (FR), Generalunternehmer: GTM S-O TP GC, Toulouse (FR), Stahlbaufirma: MAEG, Bordeaux (FR).

Die Nominierten in dieser Kategorie waren:

- Passerelle Fil de Fer, Verviers (BE) - Kreativitätspreis;

- Solitudo-Brücke, Amsterdam (NL);

- Fahrrad- und Fußgängerbrücke über die Autobahn A7, Bourg-lès-Valence (FR);

- Passerelle des Arts, Luxemburg (LU).

Gewinner des Kreativitätspreises:

Passerelle Fil de Fer, Verviers (BE)

In der Kategorie Fahrrad- und Fußgängerbrücken vergab die Jury außerdem einen Kreativitätspreis an die Passerelle Fil de Fer.

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Passerelle des Arts, Luxemburg (LU). (Bild: Erieta Attali)

Die Fußgängerbrücke Fil de Fer in Verviers (BE), die im Juli 2021 von einem Hochwasser weggespült wurde, führt ein Gasverteilungsnetz über die Vesdre. Dieses Projekt nutzt Infrastrukturen, die in erster Linie eine technische Funktion haben (Versorgungsnetze), um eine Brücke zu entwerfen, die von der Öffentlichkeit genutzt werden kann. Die Konstruktion aus witterungsbeständigem Stahl mit einem Gewicht von nur 3,8 Tonnen besteht aus einem offenen U-förmigen Abschnitt mit dreieckigen Öffnungen, in denen die Gasleitung untergebracht ist. Der komplett in der Werkstatt vorgefertigte Steg wurde mit der Gasleitung, dem Holzboden und den Geländern bereits montiert.

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Passerelle auf dem Eisenbahnviadukt in Albi (FR). (Bild: Vincent Boutin)

Die Jury begründete ihre Entscheidung: “Die vorletzte Brücke an diesem Standort wurde durch das Hochwasser 2021 weggespült. Die alten Fundamente wurden wiederverwendet und mit einer luftigen, effizienten Stahlkonstruktion versehen. Die gestalterische Einfachheit dieser Brücke hat die Jury beeindruckt. Die Funktion der Rohrbrücke und der Fußgängerbrücke ist elegant kombiniert. Der durchbrochene Träger zeigt die Doppelfunktion. Ein schönes Beispiel für ‘Weniger ist mehr’!”

Kooperation Bauen mit Stahl und InfoSteel

Mit dem BeNeLux Steel Bridge Contest wollen Infosteel (BE/LU) und Bouwen met Staal (NL) alle zwei Jahre inspirierende Brückenprojekte würdigen und Bauherren, Architekten, Ingenieurbüros, Stahlbauer und andere Projektpartner für den (intelligenten) Einsatz von Stahl und Stahlbeton in festen und beweglichen, neu gebauten und renovierten Brücken begeistern.

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Passerelle Fil de Fer, Verviers (BE). (Bild: SEA)

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