Herzlichen Glückwunsch, lieber Leser (!), dass Sie sich die Zeit nehmen, diese Kolumne zu lesen, aber vor allem, dass Sie einen wünschenswerten Urtrieb namens ‘Neugier’ an den Tag legen. Leider wird Neugier nicht immer als etwas Positives gesehen, obwohl es sich dabei um eine urmenschliche Eigenschaft handelt, die zu weltbewegenden Entdeckungen und Erfindungen geführt hat und somit auch eine Eigenschaft ist, die uns zukunftssicher macht.
Um es gleich auf den Punkt zu bringen: Ich bin (wie Sie) auch neugierig und vielleicht stärker davon betroffen als der Durchschnittsmensch. Manche würden so weit gehen, mich als ‘Wissens-Omnivore der härtesten Kategorie’ oder gar als ‘Berufsidiot’ zu bezeichnen, aber ich betrachte das alles als Spitznamen. Schließlich wollte ich schon als Kind immer verstehen, warum die Dinge so funktionieren, wie sie es tun, und so bemühte sich dieses Kind immer, genau herauszufinden, wie ein neues Spielzeug zusammengesetzt ist... manchmal zum Leidwesen derjenigen, die sahen, wie das Geschenk kurz nach dem Auspacken aufgeschraubt wurde. Betrachten Sie dieses Verhalten von nun an als Belohnung für den Schenker des besten Geschenks, das man sich für solche kleinen Kinder vorstellen kann: ein 100%-Schuss in den Arm und eine Ermutigung zur ‘Zukunftssicherung der nächsten Generation’!
Wenn auch Sie Menschen in Ihrem Umfeld kennen, die die ewige ‘Warum’-Frage stellen, dann überschütten Sie sie mit Ermutigung, denn (glauben Sie mir) sie erleichtern den Zusammenhang mit den großen gesellschaftlichen Übergängen, vor denen wir stehen. Nun, während gesellschaftliche Übergänge zu allen Zeiten stattfinden und sogar erkennbare Zyklen aufweisen, waren technologische Entwicklungen schon immer die ‘Treiber’ in ihnen. Wir sehen aber auch, dass eine schrittweise Beschleunigung stattfindet, die immer höhere Reaktionsgeschwindigkeiten erfordert, um nicht zurückzufallen. Auch wir, ‘die Menschen, die in Beton und Stahl bauen’, stehen bereits an der Spitze der aktuellen 4. industriellen Revolution. In der Tat arbeiten wir alle bereits hart an der Einführung einer sogenannten hybrid-cyberphysischen Systemintegration von Menschen, Internet (IoT) und künstlicher Intelligenz (KI), um auch in der gebauten Umwelt überhaupt relevant zu bleiben.
Und ja, Zeiten großer Umwälzungen verursachen große Störungen in den alten Systemen. Wir sehen Störungen zugunsten geopolitischer Instabilität, die eine beschleunigte Neuausrichtung des Zugangs zu und der Kosten von Rohstoffen und Energie erfordern, um die extreme Abhängigkeit, die heute besteht, zu verringern. Wir alle sehen, wie sich Störungswellen durch die Systeme bewegen, und dies erfordert eine längst überfällige soziale und technologische Anpassung sowie eine ‘Systemresilienz’, um mit sanften Rückfällen auf frühere ‘Technologieniveaus’ fertig zu werden. Resilienz ist die Widerstandsfähigkeit gegenüber Systemstörungen und erfordert in erster Linie menschliche Belastbarkeit, Vorstellungskraft, Kreativität und Wissen und damit Neugier oder die Tatsache, dass die menschliche Qualität die entscheidende Systemkomponente bleibt.
Ich habe diese Kolumne in meiner persönlichen Eigenschaft geschrieben.