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Digitales Messen ist Wissen. Digitales Teilen heißt gewinnen.

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Vermessungsexperten Westmate setzen bei internationalem Stahlbauprojekt auf vernetzte Hard- und Software von Trimble

Die neue Narrow Water Bridge stellt nicht nur eine physische Verbindung zwischen Irland und Nordirland her, sie ist gleichzeitig ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie digitale Vermessungsdaten heute internationale Stahlbauprojekte mitgestalten.

An der engsten Stelle des Carlingford Lough entsteht ein komplexes, 195 Meter langes Bauwerk, bei dem Entwurf, Produktion, Transport und Montage nahtlos ineinandergreifen müssen. In einem solchen Kontext gibt es keinen Raum für Interpretationen oder Zweifel. Jeder Millimeter zählt, und jede Abweichung kann sich auf die gesamte Ausführungskette auswirken.

Die Messungen des belgischen Vermesserteams Westmate spielen bei diesem internationalen Projekt eine verbindende Rolle. Ihr Auftrag begann vor Ort in Irland und Nordirland, wo sie die gesamte Baustellensituation an einem Tag mit fortschrittlicher 3D-Messtechnik kartierten. Diese Vorgehensweise unter Zeitdruck erfordert nicht nur Vermessungsfachwissen, sondern auch absolute Zuverlässigkeit der eingesetzten Ausrüstung. Westmate verlässt sich dabei auf die vernetzte Hard- und Software von Trimble.

Internationale Präzision

Wer heute Stahlkonstruktionen baut, sieht, wie die Komplexität der Projekte weiter zunimmt. Die Technik nimmt zu, die Bauteile werden größer, die Toleranzen enger und die Fristen kürzer. Gleichzeitig arbeiten immer mehr Parteien zusammen, und zwar über Ländergrenzen hinweg. Das macht eines deutlich: Die Zeiten, in denen mit losen Plänen, Schnitten und Vermutungen gearbeitet wurde, sind vorbei.

An der Narrow Water Bridge wird dies besonders deutlich. Die Brücke besteht aus einer ortsfesten südlichen Schrägseilbrücke und einer nördlichen Schrägseilbrücke mit einem rollenden Klappmechanismus. Die Stahlkonstruktionen werden vom belgischen Stahlhersteller Aelterman hergestellt, BAM ist für den Betonbau zuständig, und Transport und Montage der Brückenteile werden von Sarens durchgeführt.

In einer solchen Kette kann jeder Fehler einen Dominoeffekt auslösen. Eine Abweichung von wenigen Millimetern im Stahlbau in Belgien kann auf der anderen Seite des Wassers zu tagelangen Ausfallzeiten führen. Aus diesem Grund haben sich Westmate und Aelterman bewusst für einen vernetzten Arbeitsablauf entschieden, bei dem Trimble Tekla Structures, Trimble Connect und Trimble-Messgeräte nahtlos zusammenarbeiten. Das Ergebnis ist eine einzige Quelle der Wahrheit für alle Partner, unabhängig von Standort, Disziplin oder Phase.

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Von der digitalen Quelle zur physischen Brücke: ein Arbeitsablauf, der funktioniert

Die Narrow Water Bridge ist ein Paradebeispiel dafür, wie ein moderner, vernetzter Workflow ein internationales Projekt zusammenhält. Dieser Arbeitsablauf beginnt mit den ersten digitalen Punkten, die Westmate vor Ort erfasst. Die 3D-Vermessung bildet die Grundlage, auf der Konstrukteure, Stahlbauer und Montageteams weiter aufbauen - als Datenstrom, der vom ersten Moment an konsistent bleibt.

“Die Geländemessung ist in Tekla Structures direkt in das Entwurfsmodell integriert. Dadurch arbeiten die Konstrukteure nicht mehr mit Annahmen, sondern mit konstruierbaren Daten: genaue, umsetzbare Informationen aus der Realität. Dadurch ist es möglich, komplexe Verbindungen, Toleranzen und bewegliche Teile - wie z. B. den Baskülenmechanismus - bereits in der Entwurfsphase anhand der tatsächlichen Bedingungen zu testen”, betont Laurens De Temmerman von Westmate.

Wenn der Entwurf fertig ist, wird er nicht als statische Zeichnung weitergeleitet, sondern als aktuelles 3D-Modell in Trimble Connect veröffentlicht. Diese Plattform bildet das digitale Rückgrat des Projekts. Überarbeitungen werden automatisch nachverfolgt, Änderungen sind transparent und jeder arbeitet mit den gleichen Informationen in Echtzeit. So werden die klassischen Fallstricke wie verzögerter Postverkehr, lose Dateien und unterschiedliche Interpretationen vermieden.

“Vor Ort müssen die Produktions- und Bauteams nicht mehr an der Genauigkeit ihrer Daten zweifeln. Die Außendienstmitarbeiter öffnen das Modell direkt in ihrem Trimble Fieldbook, wo jedes Teil genau so dargestellt wird, wie es geplant ist. Keine Schnitte, keine flachen Zeichnungen, keine Interpretation. Das Brückenteil, das im Werk steht, ist das gleiche Brückenteil, das auf dem Bildschirm erscheint”, erklärt Grégory Vanderstraeten von Westmate.

Wichtig ist dabei die Bedienung des Trimble SX12. Die Totalstation kombiniert Punktmessung mit 3D-Scanning, so dass Westmate sowohl kritische Punkte als auch komplette Geometrien erfassen kann. Die Scans werden mit dem Konstruktionsmodell in Trimble Connect verknüpft, wodurch Abweichungen visuell sichtbar werden. So werden Probleme nicht erst bei der Montage, sondern bereits während der Produktion erkannt: ein erheblicher Gewinn in einer Kette, in der jede Ausfallzeit schwer wiegt.

Wenn zum Beispiel bei der Produktion in Belgien ein Unterschied zu den Messungen beim Betonbau in Großbritannien festgestellt wird, kann die BAM ihre Schalung sofort anpassen. Was sonst zu Verzögerungen, Mehrkosten und Ausfallzeiten führen würde, wird so gelöst, noch bevor sich das Problem ausbreiten kann.

Diese Vorhersehbarkeit ist die eigentliche Stärke des digitalen Workflows. Design, Produktion, Transport und Montage entwickeln sich so von getrennten Gliedern zu einem integrierten Prozess, in dem Informationen frei und fehlerfrei fließen.

Warum die Landvermessung zunehmend ausgelagert wird

Im Stahlbausektor entscheiden sich immer mehr Unternehmen dafür, die Bodenvermaschung spezialisierten Partnern wie Westmate anzuvertrauen. Diese Entscheidung hat nicht nur mit der Technologie zu tun, sondern auch mit Kompetenz und Verantwortung.

Westmate verfügt über spezielle Kenntnisse im Bereich 3D-Scannen, Expansion und Modellierung. Außerdem arbeiten sie mit Hightech-Messgeräten, die regelmäßig kalibriert werden, um höchste Genauigkeit zu gewährleisten.

“Auch die Materialeigenschaften spielen eine Rolle. Schließlich reagiert Stahl auf Temperatur, so dass Ausdehnung und Schrumpfung standardmäßig in die Modellierung einbezogen werden. Das sind alles Parameter, die ins Spiel kommen”, so Laurens De Temmerman weiter.

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Technologie erfordert auch Unterstützung

Die Einführung digitaler Mess- und Kooperationssysteme erfordert mehr als nur Hardware. Unterstützung, Schulung und Wissensaustausch sind unerlässlich, um die Technologie optimal nutzen zu können.

AllTerra spielt dabei als Trimble-Distributor eine verbindende Rolle. Der Spezialist für Topografie und Vermessung unterstützt Anwender bei der Implementierung, Schulung und bei technischen Fragen und sorgt dafür, dass die Systeme korrekt in bestehende Arbeitsabläufe integriert werden.

“Unsere Rolle geht über die Lieferung von Geräten hinaus. Unsere Anwendungsingenieure hören sich die Bedürfnisse von Anwendern wie Westmate an, denken über effiziente Arbeitsabläufe nach und bieten die richtige Unterstützung”, erklärt Stefan Clopterop von AllTerra. “Wenn zusätzliche Unterstützung benötigt wird, stellen wir für Westmate den Kontakt zu Trimble und Construsoft her, die u. a. Tekla Structures vertreiben, damit spezifische Softwarefragen geklärt werden können”, so Francis De Meurechy weiter.

Frieden in der Kette

Was diese Entwicklung im Stahlbau letztlich deutlich macht, ist, dass es bei der Digitalisierung um Zusammenarbeit, Transparenz und Vertrauen geht, unterstützt durch Technologie.

Wenn Messdaten korrekt aufgezeichnet und gemeinsam genutzt werden, entsteht in der gesamten Projektkette ein Gefühl der Sicherheit. Konstrukteure, Stahlbauer, Transporteure und Montageteams arbeiten auf der Grundlage derselben gemeinsamen Realität und können mögliche Abweichungen schneller und genauer vorhersehen.

Für eine Branche, in der Präzision, Timing und Sicherheit entscheidend sind, ist dies ein wichtiger Schritt nach vorn. Mit anderen Worten: Messen heißt wissen. Aber nur wenn die Daten auch gemeinsam genutzt und integriert werden, lassen sich echte Gewinne erzielen, ohne dass es zu Ausfallzeiten kommt.

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