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Stahlbauer kann mit Überraschungen bei der Binnenhof-Sanierung umgehen
Stahlbau ist auch Logistik. (Bild: Tjerk van Duinen)

Stahlarbeiter kann mit Überraschungen bei der Renovierung des Binnenhofs umgehen

Renovierung des Binnenhofs: die Stahlkonstruktionen

Gebäude J und K sind zwei monumentale Gebäude, die Teil des riesigen Binnenhofkomplexes sind. Vic Obdam ist bei beiden Projekten an der Planung, Herstellung und Montage der Stahlkonstruktionen beteiligt, die vor allem dazu dienen, neue Räume unter den Dächern zu schaffen. Eine komplexe Arbeit, vor allem, weil die Realität nicht immer so aussieht, wie es in den Spezifikationen und Archivzeichnungen steht. Deshalb hat das Stahlbauunternehmen alle Disziplinen im Haus, die für den Erfolg dieses Projekts erforderlich sind. Das beginnt mit dem Aufmaß.

Laut Oscar Obdam, Direktor und Projektleiter, beginnt die Renovierung von Gebäuden wie dem Binnenhof nicht mit Archivzeichnungen. “Nach dem Abriss der Bauteile erstellt unser Messdienst eine Punktwolke der vorhandenen Struktur. Diese Punktwolke setzen wir in unser theoretisches 3D-Modell ein. So stellen wir zum Beispiel fest, dass eine Holzsäule, die im Grunde genommen gerade konzipiert wurde, eine ‘Banane’ im Bauwerk ist. Diese Säule muss mit Stahl verstärkt werden. Wir schlugen eine alternative Konstruktion vor, um sie realisierbar zu machen, was erhebliche Folgen haben könnte. Die Gebäude des Binnenhofs stecken also voller Überraschungen.”

Stahlarbeiter kann mit Überraschungen bei der Renovierung umgehen Binnenhof 1
Links eine Punktwolke der ‘Banane’, rechts die Punktwolke im Tekla Structures 3D-Modell. (Bild: Vic Obdam)

Augen auf den Bau

Der Umgang mit Überraschungen ist für den Stahlbauer kein Problem. Obdam: “In der Sanierungspraxis geht es darum, die gesamte Linie zu kontrollieren: eigene Ingenieure, eigene Produktion und - bei Projekten wie diesem ganz bewusst - ein eigenes Montageteam. Dieses Team ist ‘das Auge’ auf der Baustelle. Und diese Augen kommen jeden Nachmittag zurück ins Büro, und sei es nur für fünf Minuten: ein kurzer Besuch beim Zeichner oder Statiker, um zu erfahren, was wirklich los ist. Dieses kurze Feedback ermöglicht es, zu improvisieren, ohne zu raten.”

Frühzeitige Einbeziehung

In Gebäude J werden derzeit neue Geschossdecken unter dem Dach errichtet. “Bei der begrenzten maximalen Bodenbelastung von 200 kg/m2 sind Ihre Stahlelemente dann schnell zu schwer”, so Obdam weiter. “Und sie müssen auch noch über ein Dachfenster ins Gebäude gehoben werden. Dann ist unser Stahl plötzlich nicht mehr nur eine Lieferung, sondern wird auch zu einer logistischen Frage mit zusätzlichen Detailarbeiten im Vorfeld. Zu diesem Zweck wurden strukturelle Unterteilungen vorgenommen, wie z. B. für die größten Träger, die in drei Abschnitten ins Gebäude gebracht wurden. Der Stahlbau ist ohnehin ein ‘Ikea-Paket’, weil Schweißen hier nicht in Frage kommt. Deshalb hat Bauunternehmer Nico de Bont Vic Obdam schon früh engagiert: nicht um Stahl zu liefern, sondern um zu helfen, die Arbeiten zu messen, zu berechnen und sie von Anfang an durchführbar zu machen.

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