Plattform zu Beton und Stahl im Bauwesen
Beton als Rückgrat von hybriden Hochhäusern
Bei der Konstruktion des Ensembles überwiegt der Einsatz von Betonfertigteilen.

Beton als Rückgrat von Hybrid-Hochhäusern

Zwei Türme, eine strukturelle Logik

Auf dem Karspeldreef in Amsterdam-Zuidoost prägt The Ensemble das städtische Profil mit zwei Türmen von etwa 115 und 98 Metern Höhe. Das Projekt ist Teil der groß angelegten Verdichtung des Gebiets, die Wohnen, Arbeiten und Einrichtungen in hoher Dichte vereint. Hinter der markanten Architektur verbirgt sich jedoch eine strukturelle Geschichte, bei der die Wahl der Materialien und der Details die Leistung in Bezug auf Stabilität, Komfort und Haltbarkeit bestimmt.

Im Mittelpunkt dieser Geschichte steht eine ausgeklügelte Stahl-Beton-Kombination: Beton bildet das strukturelle Rückgrat, Stahl fungiert als Präzisionsinstrument für die Verbindung und Montage. Diese Rollenverteilung ist nicht rein pragmatisch, sondern ergibt sich aus den physikalischen Eigenschaften der beiden Materialien.

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Haupttragwerk aus Beton

Konstruktiv wurde ein Haupttragwerk aus Beton mit Seitenwänden aus Beton gewählt, die über die Scheibenwirkung zur Gesamtstabilität beitragen. In Hochhäusern ist die horizontale Steifigkeit besonders wichtig. Windlasten und dynamische Effekte wirken sich direkt auf den Benutzerkomfort und die Leistung der Fassade aus. Hier bietet Beton Masse, Dämpfung und Feuerbeständigkeit in einem integrierten System. Die Wahl von Beton bedeutet auch, dass Stabilität und Kompartimentierung in einem robusten Kern zusammenkommen. Dadurch wird der Bedarf an zusätzlichen feuerfesten Verkleidungen oder komplexen Stahlbewehrungen reduziert. Gleichzeitig erfordert ein schwerer Rohbau eine sorgfältige Fundamentkoordination und logistische Planung, insbesondere in einem städtischen Umfeld mit begrenztem Bauraum.

Vorgefertigte Fassade aus hochfestem Beton

Bei (einem) der Türme wurde auf traditionelle Sandwich-Fassaden verzichtet. Stattdessen wurde eine hybride Struktur mit einer Holzrahmenkonstruktion als hintere Struktur und schlanken, vorgefertigten Betonelementen als äußere Schale verwendet. Diese Entscheidung erforderte eine andere Herangehensweise an Details, Toleranzen und Befestigungen. Die von mbX gelieferten Fassadenelemente sind aus glasfaserverstärktem, hochfestem Beton gefertigt. Dieses Material ermöglicht deutlich dünnere Platten bei gleichbleibender Zug- und Biegefestigkeit. Dadurch wird ihr Eigengewicht reduziert, ohne dass die Haltbarkeit oder die Formfreiheit beeinträchtigt wird.

Die Platten werden in drei Ausführungen hergestellt: glatt, poliert und sandgestrahlt, wobei die Betonoberfläche aktiv zum architektonischen Ausdruck beiträgt. Beton ist hier kein neutrales Trägermaterial, sondern ein sichtbares und fühlbares Material für die Fassade.

Beton als Rückgrat des Hybrid-Hochhauses 2

Balkonkonstruktionen mit reduziertem Betonvolumen

Die Balkone, die von Microbeton geliefert wurden, sind mit recyceltem EPS gefüllt. Infolgedessen wurden etwa 70% weniger Beton verwendet, was das Gewicht reduziert und die Umweltverträglichkeit verbessert (LCA). Weniger Masse bedeutet auch weniger Belastung für den Rohbau und einen effizienteren Transport. Darüber hinaus hat Microbeton eine Balkonvariante entwickelt, die mit Elefantengras (Miscanthus) gefüllt ist, das sogar CO2-negativ sein kann. Das klingt vielversprechend, aber die tatsächlichen Auswirkungen hängen von der Skalierbarkeit, der Verfügbarkeit von biogenen Rohstoffen und der Organisation der Entsorgung ab.

Sowohl für die Fassadentafeln als auch für die Balkone wurde Weißzement von Aalborg White verwendet. Laut Leon Kolster, Direktor von Microbeton/Ferrocem, führt dies zu einer stabilen Farbe und einer einheitlichen Mischung. Bei Hochhäusern, wo Wiederholungen und Lichteinfall das Fassadenbild dominieren, ist die Farbstabilität kein ästhetisches Detail, sondern eine Voraussetzung für eine langfristige Bildqualität.

Stahl als Montagewerkzeug

Die Hybridfassade ist über ein von PohlCon Benelux Construction Support geliefertes Stahlabhängesystem mit Konsolen im U-Profil mit der Betonhülle verbunden. Die Elemente werden eingehängt, so dass ein rationelles, justierbares Montagesystem entsteht, bei dem auf Redundanz und Sicherheit geachtet wird.

Stahl ermöglicht schlanke, trockene und demontierbare Verbindungen. Die Komponenten sind feuerverzinkt und beschichtet, um die Korrosionsbeständigkeit zu gewährleisten. Stahl fungiert also nicht als primäres Trägermaterial, sondern als wesentliches Montage- und Justierwerkzeug innerhalb der Hybridbaugruppe.

Beton als Rückgrat von hybriden Hochhäusern 3

Komplementäre Materialisierung

Das Ensemble zeigt, wie sich Beton und Stahl in Hochhäusern gegenseitig verstärken können. Beton sorgt für Stabilität, Masse und plastische Qualität, während Stahl für Flexibilität, Präzision und Demontage sorgt. In Amsterdam-Zuidoost bildet Beton das unverwechselbare Fundament von The Ensemble. Konstruktiv und ästhetisch, aber nicht ohne kritische Überlegungen, um den Sektor voranzubringen.

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