Rammarbeiten werden immer noch mit dem rhythmischen Dröhnen von Rammgeräten auf einer Baustelle in Verbindung gebracht. Doch in engen Innenstädten oder in der Nähe erschütterungsempfindlicher Natur ist dieser Lärm zunehmend unerwünscht, um nicht zu sagen, nicht erlaubt. Das Rammunternehmen M. Kool aus Wilnis hat das Problem schon vor Jahren erkannt und den HPS®-Pfahl entwickelt: einen hohlen, vorgespannten Pfahl, der in den Boden geschraubt wird. “Es ist die felsenfeste Qualität von Spannbetonfertigteilen, aber ohne die Unannehmlichkeiten”, sagt Geschäftsführer Martin Kool.

In den niederländischen Poldern stellt der Untergrund oft eine Herausforderung dar. Weiche Torfschichten und ein hoher Grundwasserspiegel machen die in den Boden gerammten Pfähle anfällig für Auslaugung, während das traditionelle Rammen in bebauten Gebieten einfach zu viele Unannehmlichkeiten verursacht. Martin Kool, der das Unternehmen 2007 von seinem Vater übernahm, beschloss, dass die Dinge anders gemacht werden mussten. Die Lösung schien in einer Hybridform zu liegen: die Sicherheit eines werkseitig kontrollierten Fertigteilpfahls, kombiniert mit einer vibrationsfreien Schraubtechnik.
Das Auffälligste am HPS-Pfahl ist, dass er hohl ist. Das ist kein Zufall oder nur eine Einsparung an Beton; der Hohlraum ist der Dreh- und Angelpunkt im Installationsprozess. Beim Bohren wird eine stählerne Antriebswelle durch den Pfahl geführt, die den Bohrkopf am Boden direkt antreibt. Dadurch wird der Betonschaft selbst beim Eindrehen kaum belastet. “So erhalten Sie eine erschütterungsfreie und geräuscharme Pfahlgründung, ohne die Qualität herkömmlicher, in den Boden eingebrachter Pfähle zu beeinträchtigen”, erklärt Kool. “Da der Pfahl quadratisch ist und sich dreht, entsteht ein Raum, der sofort mit einer Injektionsmischung aus Mörtel gefüllt wird. Dies gewährleistet eine optimale Verbindung mit dem umgebenden Boden und eine garantierte Tragfähigkeit. Seit letztem Jahr ist das System NCS7201_2025 NEN-zertifiziert.”

Der Markt hat die Innovation inzwischen angenommen. Das zeigen die verschiedenen Projekte, bei denen der ‘leise Pfahl’ zum Einsatz kommt. Letzten Sommer wurden in Amsterdam zwischen der dicht bebauten Pieter de Hoochstraat und der Hobbemakade zweihundert Pfähle mit einer Länge von über 22 Metern für ein neues Lyzeum erschütterungsfrei in den Boden gerammt. Ein logistisches und technisches Puzzlespiel, das mit herkömmlicher Technik undenkbar gewesen wäre. Aber auch die Stickstoffproblematik spielt dem System in die Hände. Beim Bau einer Schlammbehandlungsanlage in Ede, direkt an der Veluwe, wurde das Verfahren mit einer elektrischen Anlage kombiniert. Kool: “So konnten wir in der Nähe der Veluwe-Natur den Auftragnehmer geräuscharm, vibrationsfrei und innerhalb der Emissionsnormen voranbringen.”
Neben der Verringerung der Umweltbelastung punktet der hohle Schneckenpfahl auch auf der Leiter der Nachhaltigkeit. Die hohle Form bedeutet einfach, dass weniger Beton verwendet wird, was den CO2-Fußabdruck direkt verringert. Außerdem sind die Pfähle leichter, so dass mehr Teile auf einen Lkw passen. “Zählen Sie Ihre Gewinne”, sagt Kool nüchtern. Die Technologie, die inzwischen von mehreren Lizenznehmern eingesetzt wird, beweist, dass Innovation in der Welt der Fundamente nicht immer aus dem Computer kommen muss, sondern oft durch einen genauen Blick auf die Praxis entsteht. Mit dem HPS-Pfahl hat der Gründungsmarkt einen neuen Trumpf in der Hand, der der Bauindustrie hilft, auch an den schwierigsten Stellen zertifiziert in den Boden zu gehen.
