Am Ufer in Rotterdam-Prinsenland ist ein neuer Blickfang entstanden, der mehr tut, als nur die Skyline zu bereichern. ‘Bernini’, das kürzlich aus den Gerüsten hervorgegangen ist, steht nicht nur an einem besonderen Ort (dem tiefsten Punkt der Niederlande), sondern verfolgt auch einen besonderen Ansatz: Das Design setzt ausdrücklich auf das „Zurückgeben“.
Bernini ist Teil einer umfassenderen Gebietsstrategie für das Stadtviertel Prinsenland, die nach den Prinzipien der Stempelparzellierung aufgebaut ist: ein erkennbares Muster aus Wohnblocks mit vielen Wiederholungen. “In den letzten Jahren wurden viele dieser Wohnblocks umgestaltet, wobei geschlossene Sockelgeschosse mit Abstellräumen durch Wohnungen und belebende Nutzungen ersetzt wurden”, erklärt der Architekt Silvester Klomp von MIX architectuur. “Der Bernini-Turm und der bereits fertiggestellte Bramante-Turm verleihen dieser Entwicklung neue Impulse, indem sie auf die bestehende Struktur eingehen und gleichzeitig neue Qualitäten hinzufügen.” MIX erhielt den Auftrag für den Bernini- und den Bramante-Turm durch den Gewinn einer Ausschreibung der Stadt Rotterdam und entwarf den Bernini-Turm im Auftrag der Nederlandse Bouw Unie.

Der Standort des Turms ist außergewöhnlich. “Er steht nicht nur am tiefsten Punkt der Niederlande, sondern auch auf dem Dach eines bestehenden Wohnblocks, dessen Seiten geschlossen sind. Indem der Turm genau hier, teilweise über dem Wasser, platziert wird, entsteht eine interessante Form der Verdichtung, die den bestehenden Raum kaum beeinträchtigt”, erklärt Klomp. “Der Entwurf setzt ausdrücklich darauf, der Nachbarschaft etwas ‘zurückzugeben’. Anstatt nur Platz einzunehmen, schafft der Turm vielmehr einen neuen Ort der Begegnung. Er steht auf Stützen, wodurch unter dem Gebäude Platz für eine öffentliche Einrichtung mit sozialem Charakter entsteht, wie zum Beispiel eine Tagesgaststätte mit einer Terrasse am Wasser.”
Die landschaftliche Gestaltung spielt dabei eine wichtige Rolle. “Das Deck der darunterliegenden Parkgarage ist stufenförmig angelegt, wodurch die Besucher allmählich zum Wasser hin geführt werden. So bleibt die Verbindung zum Wasser spürbar und der Druck auf die Geländeoberfläche wird verringert. Das unterirdische Parken trägt ebenfalls zu dieser hohen Aufenthaltsqualität bei. Der Sockel ist zudem auffallend hoch und transparent, mit einem 4,5 Meter hohen Gastronomiebereich zur Wasserseite hin”, sagt Klomp und fährt fort: “Der Turm umfasst 21 Stockwerke und 72 Wohnungen, die von vier pro Etage im unteren Bereich über drei Wohnungen im mittleren Bereich bis hin zu zwei großzügigen Wohnungen in den obersten Etagen reichen. Dort genießen die Bewohner einen spektakulären Blick auf die Skyline von Rotterdam.”

Nachhaltigkeit ist ein fester Bestandteil des Entwurfs. “Die Fassade ist an der Ostseite mit integrierten Glas-Glas-Solarmodulen ausgestattet,
”Süd- und Westseite“, erklärt Klomp. ”Durch diese Verteilung wird die Energieerzeugung über den Tag verteilt – eine Lösung, die angesichts der heutigen Netzüberlastung besonders relevant ist. Die Photovoltaikmodule sind dezent in die Fassade integriert, wodurch Schattenbildung vermieden wird und ein reichhaltiges Spiel aus Licht und Reflexionen entsteht. An der Nordfassade sind Nistkästen in die Fassade integriert. Mit horizontalen Linien, die auf die Streifenbebauung verweisen, und vertikalen Akzenten, die für eine menschliche Dimension sorgen, ist der Turm eine moderne Interpretation des bestehenden Stadtviertels. „Bernini ist nicht nur ein Turm, der auffällt, sondern der seiner Umgebung auch etwas hinzufügt.“ Noch während der Bauphase erhielt der Turm die Auszeichnung für das markanteste Immobilienprojekt in Rotterdam 2025.
