[00:05] Van Dijk Beton und schwere Betonfertigteile
Roel van Gils: Willkommen zu einer weiteren Folge von „Beton und Stahlbau“, dem Podcast. Heute ist Henk Schaap von Van Dijk Beton zu Gast bei uns. Ein Familienunternehmen, das mittlerweile in der dritten Generation geführt wird und sich zu einem Spezialisten für schwere Betonfertigteile entwickelt hat. Herzlich willkommen, Henk.
Henk Schaap: Vielen Dank.
Roel van Gils: Vielleicht könntest du dich zunächst einmal kurz vorstellen.
Henk Schaap: Ja, nun, ich bin Henk Schaap, mittlerweile 58 Jahre alt. Ich habe einst in der Abfallwirtschaft angefangen, wobei der Schwerpunkt auf der Rückgewinnung von Rohstoffen aus der Abfallverarbeitung lag. Über die Abfallwirtschaft bin ich dann in die Zementindustrie gekommen. Diese benötigt nämlich viel Brennstoff, und wenn man dort alternative Brennstoffe einsetzt, kann man CO₂ einsparen. Ja, und von der Zementindustrie bin ich schließlich in die Betonindustrie gewechselt und bin seit 2006 in Führungspositionen bei verschiedenen Betonunternehmen tätig.
[00:56] Seit 2024 bei Van Dijk Beton
Roel van Gils: Ja, und seit wann sind Sie nun schon bei Van Dijk?
Henk Schaap: Seit zwei Jahren bei Van Dijk Beton, seit Juni 2024 dabei. Das war zu dem Zeitpunkt, als die dritte Generation tatsächlich die Geschäftsführung übernahm. Es wurde Unterstützung für das kaufmännische Management benötigt. Außerdem verfügte die dritte Generation nur über begrenzte Erfahrung im Management. Die muss man also ein wenig anleiten. Ja, ich durfte ihn coachen. Das war Paul van Dam. Und genau darauf lag der Schwerpunkt vor allem im ersten Jahr, in der Tat.
Roel van Gils: Ja, okay, gut. Nochmals herzlich willkommen.
Henk Schaap: Ja, danke.
[01:27] Van Dijk Beton und De Lek Beton
Roel van Gils: Van Dijk Beton, ein Familienunternehmen – das hast du ja bereits erwähnt. Kannst du kurz zusammenfassen: Wer oder was ist Van Dijk Beton?
Henk Schaap: Ja, auf jeden Fall. Van Dijk Beton gehört zur Familie Van Dam. Die Familie Van Dam besitzt zwei Unternehmen. Das eine heißt De Lek Beton. Der Name leitet sich vom Standort des Unternehmens ab, nämlich direkt am Fluss Lek. Und neben dem Mörtelwerk befindet sich das Fertigteilwerk Van Dijk Beton. Dabei lässt sich feststellen, dass etwa 90% des produzierten Mörtels in die Region gelangt, an verschiedene Bauunternehmer und für verschiedene Bauprojekte. Darüber hinaus gelangen etwa 10% in unser Werk, wo wir daraus wieder Fertigteilelemente herstellen, sodass man diese vorgefertigten Produkte auf der Baustelle montieren kann.
Roel van Gils: Ja, ihr stärkt euch also in diesem Sinne gegenseitig, oder besser gesagt: Die Unternehmen stärken sich gegenseitig. Ihr nutzt euch gegenseitig.
Henk Schaap: Ja, das ist ein Teil der Kette.
[02:21] Kurze Wege innerhalb eines Familienunternehmens
Roel van Gils: Ja, okay. Und was unterscheidet ein Familienunternehmen eigentlich von einem anderen Unternehmen?
Henk Schaap: Was mir an Familienunternehmen besonders gefällt – ich habe zuvor tatsächlich bei internationalen Konzernen gearbeitet –, ist, dass es in einem Familienunternehmen viel kürzere Entscheidungswege und viel schnellere Entscheidungsprozesse gibt. Im Herbst 2024 hatte ich eine Idee, bei der ich dachte: Dafür muss ich einfach investieren. Und das war eine Investition von etwa 100.000 Euro. Und dann dachte ich: Wie kriegt man das hin? Denn bei meinen früheren Arbeitgebern musste man dafür ganze Berichte schreiben und ganze Prozesse durchlaufen. Ja, und hier hält man innerhalb von zwei Wochen eine Besprechung ab und erstellt kurz ein paar Finanzanalysen. Und drei Monate später ist die Investition getätigt und man ist in der Produktion. Ja, es geht also alles viel schneller. Unternehmertum, bei dem man schneller auf sich bietende Chancen reagiert.
[03:19] Standardprodukte und unterirdische Abfallsammlung
Roel van Gils: Ja, klingt gut. Und wenn die Leute Van Dijk Beton noch nicht kennen, wo können sie dann auf eure Produkte stoßen?
Henk Schaap: Ja, das ist interessant. Wir haben eine breite Produktpalette. Einerseits stellen wir Standardartikel her, andererseits übernehmen wir viele Projektarbeiten. Wenn ich bei den Standardartikeln anfange: Wenn der Verbraucher das hört, dann wissen Sie: Wir stellen die Betonbehälter für die unterirdische Müllsammlung her.
Roel van Gils: Schon wieder ein Stück Müll.
Henk Schaap: Ein Stück Müll, in der Tat, ja, auf jeden Fall. Aber also rund um die Einkaufszentren, wo all diese großen Behälter stehen – ja, das System befindet sich im Boden. Und das befindet sich in einem Betonbehälter. Und den stellen wir her. Davon produzieren wir zwischen 1.200 und 1.500 Stück pro Jahr.
Roel van Gils: Und wie groß sind diese Behälter?
Henk Schaap: Diese Behälter haben Abmessungen von etwa 180 mal 180. Und sie sind 2,5 bis 4,5 Meter tief.
Roel van Gils: Okay, ja, im Ernst.
Henk Schaap: Es gibt verschiedene Formate.
Roel van Gils: Ja, okay. Das sind also die Mülleimer?
Henk Schaap: Das sind Abfallbehälter. Auch für den Verbraucher ein bekanntes Produkt. Wir stellen viel Stadtmobiliar her. Das sind diese Betonbänke, die manchmal auch noch mit Holzplanken verkleidet sind. Nun, die Leute kennen sie ja von den Schulhöfen und Stadtplätzen. Das sind vor allem die Standardprodukte, die wir herstellen. Wir stellen auch Stützmauern her, die häufig im Grünbereich eingesetzt werden, beispielsweise als Abgrenzung zum Wasser oder als Bodenschutz, um solche Probleme zu lösen. Nun, diese fertigen wir in verschiedenen Größen an.
[04:49] VDC-Fundamente für Autobahnen
Henk Schaap: Die viel größeren Projekte. Wir fertigen zum Beispiel die Fundamentelemente für die Autobahn. Auf der Autobahn sieht man diese riesigen Portale, an denen all diese Matrixanzeigen angebracht sind, sowie all die Schilder, die einem den Weg weisen, und so weiter.
Roel van Gils: Beschilderung, ja.
Henk Schaap: Aber das muss doch irgendwo auf einer Grundlage beruhen. Nun, bei Rijkswaterstaat nennt man das sogenannte VDC-Fundamente – Verkehrstragkonstruktion. Und diese müssen manchmal Spannweiten von bis zu 90 Metern aufnehmen. Man kann sich also vorstellen, dass das sehr schwere Bauteile mit robusten Verbindungen sein müssen. Diese dürfen wir herstellen. Derzeit ist die Verkehrslage auf der A2 und der A27 miserabel.
Roel van Gils: Aber dafür gibt es einen Grund.
Henk Schaap: Und das hat einen Grund. Und ich sage hin und wieder: Ich darf mich nicht beschweren. Denn ein Teil unserer Produkte geht dorthin. Denn dort werden gerade Sanierungsarbeiten durchgeführt. Und dort werden tatsächlich wieder viele solcher Fundamentelemente benötigt.
Roel van Gils: Ja, werden die dann ersetzt? Denn es gibt ja bereits Portale.
Henk Schaap: Ein Teil wird ersetzt. Das hängt oft damit zusammen, dass darunter ein etwas leichteres Fundamentelement liegt. Und es gibt auch viele neue Abschnitte. Ein bekannter Straßenabschnitt ist die Strecke Het Vonderen–Kerensheide in Limburg.
Roel van Gils: Die werden gerade verbreitert.
Henk Schaap: Die wird gerade verbreitert. Nun, dafür werden sehr viele neue Fundamente benötigt. Ja, und das Gleiche gilt für die A15 bei Arnheim. Auch dort entsteht ein neuer Autobahnabschnitt. Das hat wegen allerlei Genehmigungsproblemen sehr lange gedauert. Aber endlich ist die Entscheidung gefallen. Ja, auch dort werden in den kommenden Jahren sehr viele solcher Fundamentelemente verbaut.
Roel van Gils: Okay, also die VDC-Lager.
[06:22] Lärmschutzwände und Vorwände
Henk Schaap: In eben diesem Bereich, also im Tiefbau, liefern wir auch regelmäßig Lärmschutzwände oder Sockel, auf denen wiederum Lärmschutzwände stehen. Wir bezeichnen das dann als „Fundamente“, aber eigentlich handelt es sich um eine Art Fundamentelemente, auf denen diese Lärmschutzwände stehen. Wir fertigen Vorwände, die man oft an Viadukten sieht. Manchmal sind sie mit einem Vogelmuster versehen.
Roel van Gils: All diese Muster – sind das in diesem Sinne also alles visuelle Elemente?
Henk Schaap: Das sind alles Sichtelemente. Nun, darin können wir dann wiederum alle möglichen Muster gestalten, indem wir das im Werk entsprechend vorbereiten.
Roel van Gils: Ja, dann gibt es also verschiedene Vorlagen.
Henk Schaap: Ja, man hat eine Grundform, in die dann wieder ein Muster eingelegt wird. Und darauf gießt man den Beton. Und so erhält man tatsächlich ein Muster im Beton.
Roel van Gils: Selbstverständlich. Ja, denn es gab ja auch Lärmschutzwände mit Rillen, glaube ich.
Henk Schaap: Ja, ja. „Cannelures“ ist in der Tat ein sehr schönes Wort. Für mich war es auch das erste Mal, als ich zu Van Dijk Beton kam. Das ist eine Art Lamellenstruktur, diese Streifen, die darin zu sehen sind. Ja, das nennt man in unserer Branche dann „Cannelures“. Nun, auch solche Elemente stellen wir her.
[07:32] Großes im großen Fertigbau
Roel van Gils: Ja, denn ihr habt ja den Slogan ‘Groß im Bereich der Großfertigbauweise’. Ja. Was genau meint ihr damit?
Henk Schaap: Nun, wie Sie sehen, zeichnen wir uns in der Betonbranche dadurch aus, dass wir Elemente mit einem Gewicht von bis zu 40 Tonnen sehr gut fertigen können. An diesen Portalen sind sogenannte Anker angebracht, denn darauf muss wiederum Stahl aufgebracht werden. Das muss alles sehr präzise in den Beton eingearbeitet werden. Dafür benötigen wir also einige Hilfsmittel. Und das sorgt dafür, dass wir in der Lage sind, diese Arbeit ordnungsgemäß auszuführen. Wir sprechen hier von einer Abweichung von 3 Millimetern. Nun, stellen Sie sich das einmal in der Betonbranche vor, wo man mit Kies und Sand arbeitet und einen solchen Anker darin einsetzen muss. Da braucht man diese Hilfsmittel wirklich, um das auf sehr gute Weise zu bewerkstelligen.
Roel van Gils: Und was ist denn das Geheimnis dahinter?
Henk Schaap: „Menschen“ ist bei uns in der Organisation wirklich ein Schlüsselbegriff. Wir haben zum Beispiel einen Mitarbeiter, der aus Irland stammt. Das ist so lustig. Martin. Den Nachnamen lassen wir mal weg. Aber Martin arbeitet bei uns. Er ist schon seit Jahren bei uns. Und er ist einfach der absolute Fachmann bei der Herstellung dieser Art von Fundamentelementen.
Roel van Gils: Okay.
Henk Schaap: Der nächste Schritt ist also: Da wir nun wieder sehr viele Projekte haben, in denen sie vorkommen, bildet er gerade drei Mitarbeiter aus. Die ebenfalls wissen: Worauf muss man achten? Wo muss diese Durchstichstelle sein?
Roel van Gils: Ja, es handelt sich also in diesem Sinne wirklich um handwerkliche Arbeit?
Henk Schaap: Das ist in der Tat echte Handwerkskunst. Ja, das ist nicht einfach so nebenbei zu erledigen: „Das mache ich mal schnell hinten auf meinem Grundstück, das erledige ich im Handumdrehen.“.
[09:09] Beschäftigte in der Betonindustrie
Roel van Gils: Nein. Und wie sieht es mit dem Personal aus? Läuft da alles gut? Oder gibt es noch offene Stellen?
Henk Schaap: Eine große, große Herausforderung. Ja, nicht wahr? In der Betonindustrie ist das wirklich eine ganz große Herausforderung. Meiner Meinung nach arbeiten wir in unserem Unternehmen mit zu vielen Zeitarbeitskräften, aber wir kommen fast nicht drum herum. Man sieht auch, dass es sehr viele verschiedene Nationalitäten gibt. Wir haben gut acht Nationalitäten in der Fabrik. Was die Kommunikation angeht, ist das also auch sehr schwierig. Andererseits sind es oft gerade die Fachkräfte, die das Handwerk noch beherrschen und es auch ausüben wollen. Das ist ein wichtiger Aspekt. Deshalb gehen wir auch sorgsam mit ihnen um. Aber ich würde es vorziehen, mehr Mitarbeiter direkt in das Unternehmen einzustellen, einfach fest angestellt. Und das hängt wiederum mit folgendem zusammen: Letztendlich möchte man eine stärkere Bindung zu seinen Mitarbeitern haben. Und mit Zeitarbeitskräften ist das alles nicht so einfach.
Roel van Gils: Ihr seid also auf der Suche nach noch mehr Martins.
Henk Schaap: Eigentlich ganz sicher.
[10:07] Fertigbeton in der Energiewende
Roel van Gils: Du hast gerade Standardprodukte und projektbezogenes Arbeiten erwähnt. Soweit ich weiß, seid ihr auch im Bereich der Energiewende gut vertreten. Kannst du dazu etwas sagen?
Henk Schaap: Ja, eigentlich kommt da auch sofort wieder dieses ‘groß in groß, vorgefertigt’ zum Vorschein. Wir wissen alle, dass TenneT vor einer riesigen Herausforderung steht, um sicherzustellen, dass genügend Energie durch die Niederlande transportiert werden kann. An den Umspannwerken stehen sehr viele Masten. Das kennt ihr ja auch alle. Und diese Masten stehen wiederum auf Fundamentelementen. Auch dafür fertigen wir große Fundamentelemente an. TenneT ist zudem ein Kunde, der noch strengere Anforderungen hinsichtlich der zulässigen Abweichungen stellt. Dort ist die Rede von einer Maßtoleranz von gerade einmal 1 Millimeter.
Roel van Gils: O.
Henk Schaap: Auch das ist wieder eine riesige Herausforderung. Wir versuchen, dafür alle möglichen Hilfsmittel zu entwickeln, damit das auch machbar ist. Und an denselben Energiestationen wird noch mehr Fertigbauteile benötigt. Denn einerseits müssen Masten aufgestellt werden. Aber es gibt auch sehr viel Kabelarbeit. Deshalb stellen wir auch die vorgefertigten Kabelkanäle her. Wir haben in den Niederlanden bereits kilometerweise Kabelkanäle geliefert.
[11:13] Schutzwände und Umspannwerke
Henk Schaap: An diesen Stationen gibt es auch die sogenannten Umspannwerke. Dort kommt der Strom mit 380 kV an und muss auf 150 kV oder 50 kV heruntertransformiert werden. Also bauen sie eigentlich eine Art Bunkerwand um diese Transformatoren herum, was in der Fachsprache als Splitterwand bezeichnet wird.
Roel van Gils: Ja.
Henk Schaap: Und diese Scherfwände stellen wir ebenfalls her. Auch hier gilt wieder: große Elemente.
Roel van Gils: Wie sieht das denn aus? Wie dick sind die zum Beispiel?
Henk Schaap: Wir arbeiten derzeit an dem Projekt in Simonshaven. Ja, wir fertigen Elemente, die 12 Meter hoch, 2,5 Meter breit und 50 Zentimeter dick sind. Ja, das entspricht einem Gewicht von 35 Tonnen.
Roel van Gils: Ja, das sind gute. Und die werden dann auch pro Element zur Baustelle transportiert.
Henk Schaap: Nun, und genau das habe ich ja schon gesagt: Großformatige Fertigbauteile. Ja, in unserem Werk können wir bis zu 40 Tonnen handhaben. Und dann braucht man auf dem Lagerplatz noch einige Hilfsmittel, wie zum Beispiel einen Kippwagen. Man muss es mit einem Kran handhaben können. Der Spediteur muss es auch wieder transportieren können. Und auf der Baustelle muss es ebenfalls wieder gehandhabt werden.
Roel van Gils: Ja, das verstehe ich.
[12:22] Wachstum auf dem Energiemarkt
Roel van Gils: Und wie ist das eigentlich gekommen, was die Energiewende angeht?
Henk Schaap: TenneT in den Niederlanden – ja, die kennen uns vor allem auch wegen dieser großen Elemente für die Autobahnen. Ja, die fragen dann: „Könntet ihr das auch herstellen? Passt das auch zu eurem Angebot?“ Nun, so sind die ersten Projekte entstanden. Ja, das hat eigentlich ein bisschen mit den sogenannten Schutzwänden angefangen. Und eins führte zum anderen, und mittlerweile liefern wir wirklich das gesamte Paket. Denn was ich eigentlich noch nicht erwähnt habe: An diesen Umspannwerken werden oft auch Gebäude errichtet. MS-Gebäude, in denen wiederum alle möglichen Installationsarbeiten stattfinden. Nun, dafür braucht man auch die Industriewände. Und nun, auch diese Industriewände stellen wir mittlerweile her. Nun, ich habe zu Beginn der Geschichte erzählt, dass wir eine Investition tätigen mussten. Das war eine der Investitionen, die notwendig waren, um an diesem Projekt teilnehmen zu können. Ja, und deshalb sind wir auf diesem Markt nun auch umfassend vertreten, um tatsächlich alles liefern zu können, was für diese Projekte benötigt wird.
[13:26] Neue Anwendungen auf dem Energiemarkt
Roel van Gils: Und wie ich gehört habe, kommen inzwischen auch immer mehr neue Anwendungsbereiche hinzu. Sie haben ja von Fundamentelementen gesprochen, stimmt das?
Henk Schaap: Man sieht, dass auf dem Energiemarkt, insbesondere in den etwas kleineren Marktsegmenten, wieder alle möglichen Batteriestationen benötigt werden. Ja, auch diese müssen wieder auf Fundamentelementen stehen. Nun, dafür stellen wir auch wieder Fundamentelemente her. Seit Kurzem stehen wir mit einem Unternehmen in Kontakt, das komplette Energiesysteme an Privatpersonen liefert, insbesondere in ländlichen Gebieten, um eine vollständige Netzunabhängigkeit zu ermöglichen. Dort kommt beispielsweise ein Heizkessel zum Einsatz, der mit Holzpellets befeuert wird. Und wir werden nun für diesen Kunden ein sehr schönes Fundamentelement herstellen, in das wiederum ein Silo eingebaut werden kann, in dem die Holzpellets gelagert werden und das die Zufuhr zum Heizkessel gewährleistet. So findet man zueinander. Da sie sehen, dass wir in diesem Markt tätig sind, wissen sie, dass sie sich für solche Projekte an uns wenden können, und wir können uns daran hervorragend beteiligen und sogar noch einen ästhetischen Mehrwert schaffen.
[14:17] Anthrazitfarbener Beton
Henk Schaap: Es ist uns gelungen, einen sehr guten anthrazitfarbenen Beton herzustellen. Die Farbe verblasst unter Sonneneinstrahlung sehr schnell. Wir haben inzwischen eine Technik gefunden, mit der sich dieser Prozess zumindest etwas verlangsamen lässt. Auch wir können jedoch nicht garantieren, dass die Farbe immer anthrazitfarben bleibt.
Roel van Gils: Aber nur für eine bestimmte Zeit.
Henk Schaap: Allerdings über einen langen Zeitraum hinweg. Und wir müssen das Projekt nun weiter verfolgen, um zu sehen, wie lange es wirklich so gut bleibt. Normalerweise ist es nämlich schon nach einem halben Jahr leicht grau geworden, wenn es auf dem Rasen gestanden hat.
Roel van Gils: Oh, so schnell, ja.
Henk Schaap: Nun, wir sehen jetzt, dass es wirklich noch immer dieses schöne, tiefe Schwarz behält. Zusammen mit einem Lieferanten.
Roel van Gils: Okay, ja, ja, auf jeden Fall.
[15:08] Abwasserreinigung
Roel van Gils: Und außerdem liefern Sie auch Produkte für Kläranlagen und die Wassergewinnung.
Henk Schaap: Nun ja, wir wachsen gut im Bereich Beton. Ja, das bleibt so. Das ist ein schöner Schritt. Dabei bleibt es auch wichtig, dass man über genügend Märkte verfügt, um eine ausreichende Diversifizierung im Geschäft zu gewährleisten. Und einer der Märkte, den wir erkannt haben, ist die Abwasseraufbereitungsbranche. In den kommenden Jahren müssen etwa 200 neue Kläranlagen gebaut oder ersetzt werden. Und wir haben gemeinsam mit einem der Bauunternehmen den Schritt gewagt, auch für diese Kläranlagen zu bauen. Das Schöne daran ist, dass auch dort wieder sehr viele Schächte benötigt werden. Das sind alles sehr schwere Elemente, die sogar bis zu 70 Tonnen wiegen. Deshalb werden wir sie in zwei Teile fertigen. Aber dennoch: Sie sind ohnehin nicht in der Lage, damit umzugehen. Und dann muss man auf Spezialtransporte zurückgreifen. Das gibt uns jedoch die Möglichkeit, diese Technik ebenfalls im Rahmen der Großfertigung anzubieten. Auch hier sind die Wasserdichtigkeit des Betons und die dazugehörige Konstruktion wichtig. Aber ja, das Abwasser gelangt irgendwann irgendwo hinein und muss mehrere Stufen im System durchlaufen. Nun, dafür gibt es alle möglichen Schächte, die man wiederum miteinander verbinden muss. Ja, außerdem gibt es noch allerlei Feldschächte, in denen das Wasser dann wieder gesammelt wird. Nun, auch diese Schächte werden wir bauen.
[16:25] Wassergewinnung
Henk Schaap: Ja, diesen Schritt werden wir also gehen. Und daneben gibt es nicht nur die Abwasserreinigung, sondern auch Wasseraufbereitungsanlagen. Auch dort also wieder ein etwas größerer Bereich. Ja, vorgefertigt und mit einer Reihe von Einfüllvorrichtungen ausgestattet. Nun ja, dazu sage ich: Das können wir bei Van Dijk Beton einfach sehr gut.
Roel van Gils: Ja, und solche Dinge klärt man dann gemeinsam mit all diesen Parteien. Ja, denn ich verstehe, dass Zusammenarbeit und Partnerschaft bei euch wirklich ganz oben auf der Prioritätenliste stehen.
[16:58] Zusammenarbeit und Partnerschaft
Henk Schaap: Ja, ja. Im Grunde hast du das sehr gut ausgedrückt. Wir glauben, dass man auf der Grundlage einer echten Zusammenarbeit, einer echten Partnerschaft, gemeinsam echte Fortschritte erzielen kann. Einmaligen Erfolg haben. Aber viel wichtiger ist es, dass man langfristig gemeinsam Fortschritte erzielen kann. Das hilft auch dabei, bei der Standardisierung der Produkte voranzukommen. Und letztendlich sieht man, dass sich das gemeinsame Vorgehen immer auszahlt. Ich muss sagen, ich bin mittlerweile seit etwa 35 Jahren in der Branche tätig. Für mich ist das wirklich ein Schlüsselbegriff. Wenn man es gemeinsam angeht, kommt man wirklich weiter. Wir kennen das Sprichwort.
Roel van Gils: Alleine kommt man zwar schneller voran, aber gemeinsam kommt man weiter. Das heißt also, dass sich Kunden in diesem Sinne bei allen fachlichen Fragen wirklich auch an euch wenden können?
Henk Schaap: Hauptsache, es ist groß. Es darf aber auch kleiner sein. Darin sind wir einfach gut. Wir sind gut in Spezialarbeiten. Wir haben definitiv die richtigen Fachleute im Team. Das bedeutet auch, dass der Formenbau eine echte Spezialarbeit ist. Außerdem haben wir ein sehr gutes Verhältnis zu einem unserer Partner.
Roel van Gils: Eigentlich ein Zulieferer.
Henk Schaap: Ja, aber der arbeitet in unserem Unternehmen. Wir haben also Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt, damit die Formen, die wir herstellen müssen – für 80, 85% –, einfach bei uns auf dem Gelände gefertigt werden können. Diese Leute gehören offiziell zu unserem Partner, aber wir betrachten sie einfach als unsere Mitarbeiter. Denn man arbeitet einfach ständig zusammen. Man tauscht sich auch aus.
Roel van Gils: Wissen, Ideen und was auch immer.
Henk Schaap: Wissen und Ideen werden konkret umgesetzt. Auch aus der Produktion heraus arbeiten sie daher sehr eng mit den Mitarbeitern zusammen, die die Formen herstellen. Die Formen sind nah an der Produktion. Gibt es Fragen wie: „Wie stellst du dir die Umsetzung vor?“, dann kann man sofort reagieren. Und die Charge befindet sich nicht irgendwo 100 Kilometer entfernt.
[18:41] Nachhaltigkeit und Beton
Roel van Gils: Ich denke, wir sollten noch kurz über das Thema Nachhaltigkeit sprechen. Beton und Nachhaltigkeit.
Henk Schaap: Ja, das passt gut zusammen.
Roel van Gils: Eine lange Lebensdauer, ja, das ist natürlich selbstverständlich.
Henk Schaap: Das ist und bleibt natürlich auch eine Frage der Ausgewogenheit bei der Betrachtung des Themas Nachhaltigkeit. Darüber wird auf dem Markt viel diskutiert, auch in der Politik. Wir versuchen jedenfalls, unseren Beitrag dazu zu leisten. Das tun wir auf verschiedene Weise. Grundsätzlich gilt: Beton ist einfach ein äußerst nachhaltiges Produkt im Sinne einer sehr langen Lebensdauer. Er lässt sich hervorragend recyceln. Alle Rohstoffe lassen sich auch wieder in Betonprodukte zurückführen. Aber es sind noch weitere Maßnahmen erforderlich. Zement – darin steckt eigentlich das CO₂. Die Klinkerproduktion von Zement. Ich habe es bereits zu Beginn erwähnt: alternative Brennstoffe, um schon ein wenig CO₂ einzusparen. Aber der Klinker, aus dem Zement hergestellt wird, ist die Quelle der CO₂-Emissionen.
[19:30] Alternative Bindemittel
Henk Schaap: Ja, nun, das kann man erreichen, indem man so wenig Portlandzement wie möglich einsetzt. Wir verwenden bereits mindestens 50%-Schlacke, also Hochofenschlacke. Ja, außerdem prüfen wir gerade, ob wir diesen Anteil erhöhen können. Derzeit laufen einige Versuche, bei denen wir bereits 70%-Schlacke einsetzen. Ja, darüber hinaus prüfen wir die verfügbaren Alternativen. Was man derzeit auch immer häufiger hört, ist der Einsatz von kalziniertem Ton. Den setzen wir mittlerweile ebenfalls in einem unserer Produkte ein. Und dann sieht man auch, dass man dort wiederum einen Teil ersetzen kann. Ja, darüber hinaus haben wir auch noch Sand- und Kiesersatzstoffe. Darauf komme ich gleich noch zurück. Durch den Einsatz alternativer Bindemittel erhält man also auch wieder einen niedrigeren MKI-Wert, den Umweltkostenindikator, da die CO₂-Belastung geringer ist.
[20:32] Sand- und Kiesersatzstoffe
Henk Schaap: Nun, kommen wir noch einmal auf Ihre andere Anmerkung zurück. In der Tat, Sand und Kies. Wir haben bereits verschiedene Projekte, bei denen wir mindestens 20% Kiesersatzstoffe einsetzen. Wir verfügen jedoch nicht über ausreichende Liefermengen an alternativen Rohstoffen, um dies in all unseren Produkten umzusetzen. Denn grundsätzlich wäre dies in allen unseren Mischungen möglich. Ja, das ist grundsätzlich durchaus machbar. Außerdem führen wir derzeit Versuche durch, um auch mit alternativem Sand zu arbeiten. Damit wollen wir auch den Abbau von Primärsand reduzieren.
Roel van Gils: Und was ist das denn, alternativer Sand? Was muss ich mir darunter vorstellen?
Henk Schaap: Ja, da kann man an Asche aus den unterschiedlichsten Prozessen denken, die zum Einsatz kommen. Und natürlich auch an Rückstände aus der Schlackenaufbereitung. Ja, dann erhält man eben diese wirklich feinen Fraktionen, die es gibt.
Roel van Gils: Die man ja auch wieder im Betonmörtel benötigt. Aber was die vollständige Zusammensetzung angeht, eigentlich in diesem Sinne, wenn es um die Nachhaltigkeit geht.
[21:24] Ausgewogenheit bei der Nachhaltigkeit
Henk Schaap: Man versucht – ich sage immer: Man muss die Systemgrenze so weit setzen, dass man letztendlich dort seinen Gewinn erzielen kann. Und wenn ich mich nur auf einen ganz kleinen Punkt konzentriere, kann ich dort vielleicht einen riesigen Gewinn erzielen. Aber wenn sich das auf den Rest auswirkt, funktioniert das nicht. Man muss also immer das Gesamtbild im Blick behalten. Es gibt genügend Möglichkeiten, aber alles hat seine Vor- und Nachteile. Man muss ständig nach diesem Gleichgewicht suchen. Mit Geopolymer sind wir zwar aktiv. Daraus stellen wir derzeit noch einige Produkte her. Aber was stellen wir dabei wieder fest? Dass die Form wieder viel schneller zerfällt. Man muss also darüber nachdenken: Wie gehe ich mit meiner Form damit um? Man muss Vorkehrungen treffen, da man mit Chemikalien arbeitet. Auch hier muss man wieder vorsichtig sein. So muss man überall darauf achten, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Und nach einem Gleichgewicht suchen. Ich sage immer: Das sieht man oft in der Politik. Dort werden häufig sehr absolute Aussagen getroffen. Wir machen nun einmal keine absoluten Aussagen. Man sollte nicht sagen: Man darf zum Beispiel nur noch mit Holz bauen. Nein, man muss einfach erkennen, dass man mehrere Dinge gleichzeitig braucht. Dass man Lösungen finden muss, die nebeneinander bestehen können.
Roel van Gils: Ja, für jedes Projekt oder jedes Produkt das richtige Material und das richtige Material.
Henk Schaap: Genau.
[22:29] MKI und das GROENBETON-TOOL
Roel van Gils: Und ihr bietet auf der Website ein MKI-Berechnungstool an, stimmt das?
Henk Schaap: Ja, im „Betonhuis“ wurde das sogenannte MKI-Tool entwickelt, das „GROENBETON-TOOL“. Damit kann man also die CO₂-Belastung seiner Produkte berechnen und diese in den sogenannten MKI, den dazugehörigen Umweltkostenindikator, umrechnen. Das bieten wir ganz selbstverständlich aktiv an. Es gibt einen Kunden, der es bei jedem Angebot von uns erhalten möchte. Dann erhält man bei jedem Angebot sofort die Berechnung dazu. So kann er diese wiederum in sein System einarbeiten, was auch immer das bedeuten mag.
[23:05] Basaltbewehrung entlang der A28
Roel van Gils: Ja. Liegt die Innovation auch in alternativen Bewehrungsarten?
Henk Schaap: Henk Schaap: Ja, auf jeden Fall. Wir haben letztes Jahr ein sehr schönes Projekt entlang der A28 bei Harderwijk durchgeführt. Dort sollte eine Lärmschutzwand errichtet werden. Das ist möglich, aber wenn man herkömmlichen Bewehrungsstahl verwendet, benötigt man letztendlich eine bestimmte Schutzschicht, damit die Bewehrung auf Dauer nicht rostet. Also haben wir uns gemeinsam mit dem Lieferanten auf dem Markt nach Alternativen umgesehen. Das Ergebnis war Basaltbewehrung. Diese haben wir dann in den Lärmschutzwänden eingesetzt. Wir haben dort 900 Elemente geliefert. Und diese Elemente waren nur 8 Zentimeter dick.
Roel van Gils: So.
Henk Schaap: Und normalerweise beträgt die Dicke 12 Zentimeter. Ja, wenn man das mit 10 Zentimetern vergleicht, spart man also einfach 20% Beton ein. Ja, nun, diese Basaltbewehrung ist zudem noch einmal viel leichter als herkömmlicher Bewehrungsstahl. Und wir schätzen, dass wir zwischen 60 und 70% Bewehrungsstahl eingespart haben, bzw. an Bewehrung eingespart haben. Ja, man spart also in zweierlei Hinsicht. Nun, das ist ein Bauteil, das konstruktiv keine Funktion erfüllt, aber intakt bleiben muss. Es muss also durchaus über die erforderliche Zugfestigkeit verfügen.
Roel van Gils: Ja.
Henk Schaap: Das kann Basaltbewehrung sehr gut.
Roel van Gils: Ja.
Henk Schaap: Und damit haben wir das gut umgesetzt.
Roel van Gils: Nun, in diesem Sinne sind es beeindruckende Einsparungen.
Henk Schaap: Ja, das ist wirklich super gelungen.
[24:36] Glasfaserverstärkung am Flughafen Schiphol
Henk Schaap: Und genau das haben wir auch bei der Glasfaserverstärkung gemacht.
Roel van Gils: Okay, das auch noch.
Henk Schaap: Ja, das hatten wir auch noch. Am Flughafen Schiphol mussten Brandwände errichtet werden. Diese dienen als Trennwand an den Haltestellen, an denen die Busse – die Elektrobusse – aufgeladen werden. Nun, um eine Ausbreitung des Feuers zu verhindern. Nun, dort hatte man ein Detail eingebaut, das am Ende des Elements letztlich nur noch 3,5 Zentimeter breit war. Das ist mit normaler Bewehrung nicht möglich.
Roel van Gils: Nein.
Henk Schaap: Mit Glasfaserverstärkung ist das aber möglich.
Roel van Gils: Ja.
Henk Schaap: Nun, also haben wir es mit Glasfaserarmierung ausgeführt. Und das Schöne daran war, dass es sich dabei ebenfalls um ein Element mit Rillen handelte.
Roel van Gils: Ach, schau mal.
Henk Schaap: Da kamen mehrere Dinge zusammen. Und in diesem Anthrazit.
Roel van Gils: Ach, das auch schon.
Henk Schaap: Sehr schön, da hier vier Dinge zusammenkamen.
Roel van Gils: Schön. Und das wurde bereits umgesetzt?
Henk Schaap: Die stehen ja schon da. Ja, auf jeden Fall.
[25:22] Standardisierung im Energiesektor
Roel van Gils: Du hast gerade kurz die Standardisierung angesprochen. Oder?
Henk Schaap: Vor allem im Energiesektor ist es sehr schwierig. Wir versuchen allerdings, dies ein wenig mit den Abläufen bei Rijkswaterstaat zu vergleichen. Damit will ich nicht sagen, dass bei Rijkswaterstaat alles standardisiert ist. Wir haben im Gespräch bereits über diese Fundamentelemente, die VDC-Fundamentpfähle, gesprochen. Rijkswaterstaat hat erklärt: Ich möchte einen weiteren Schritt in Richtung Standardisierung gehen und einen neuen Standard entwickeln. Das gelingt Rijkswaterstaat auch. Und dabei beziehen sie uns mit ein.
Roel van Gils: Also im Grunde genommen die Lieferkette, die man… Ja, diese Lieferkette einfach einbeziehen.
Henk Schaap: Ja, ja. Aber schauen wir uns doch einmal den Energiesektor an, auch TenneT. Das Unternehmen möchte unbedingt standardisieren, aber das gestaltet sich noch recht schwierig. Denn wir haben zwar eine Reihe standardisierter Produkte, aber das ist noch sehr begrenzt. Wir stellen fest, dass so viele Akteure beteiligt sind, dass doch jedes Mal wieder andere Entscheidungen getroffen werden. Zweitens: Auch die Rahmenbedingungen bei den Projekten sind jeweils unterschiedlich.
Roel van Gils: Du meinst den Ort?
Henk Schaap: Ja, der Standort. Der Standort, an dem der Bahnhof entstehen soll, ja. Aber dann kommt es zu Diskussionen über Kabelkanäle. Zum Beispiel: Wie muss der Kabelkanal aussehen? Ich komme gerade von einem unserer Partner zurück, wo wir darüber gesprochen haben: Muss man den Kabelkanal genau auf die Menge an Kabeln auslegen, die hindurchgeführt werden soll, oder muss man sagen: Nein, es muss mindestens so viel Kabel hindurchpassen?
[26:53] Verschiedene Kabelkanäle
Henk Schaap: Ja, wir haben derzeit tatsächlich zwei Projekte in der Pipeline. Diese Kabelkanäle sehen genau gleich aus, ja, nur dass der eine 2 Zentimeter breiter ist.
Roel van Gils: Warum denn?
Henk Schaap: Weil dort eben etwas mehr Kabel verlegt ist. Aber wenn man nun einmal standardisieren und sagen würde: „Ich habe eine Reihe von Größen“, dann könnte man diesen Schritt durchaus gehen. Nun, das erweist sich als ziemlich schwierig.
Roel van Gils: Dann gibt es da noch „Deckel drauf, Deckel rein“.
Henk Schaap: Genau. Dann haben wir die Diskussion darüber, ob die Abdeckungen darauf liegen oder im Element liegen sollen. Mit den jeweiligen Vor- und Nachteilen. Nun, der eine schwört darauf: Nein, die Abdeckung muss im Element liegen. Das bedeutet allerdings, dass der Rand, der dann oben herausragt, auch stark genug sein muss, damit er nicht abbricht, wenn man darüberfährt oder darüberläuft. Andere sagen: Nein, ich möchte, dass er obenauf liegt. Nun, dann wird meiner Meinung nach ein Einfassband darum herumgelegt. Sagen Sie selbst, was besser ist. Und dann sagen wir manchmal zu unserem Kunden: Wenn Sie den Deckel in den Einbau legen, wird der Beton etwas dicker. Denn letztendlich muss dieser Rand tatsächlich stark genug gemacht werden. Aber wiegt das nun all den Arbeitsaufwand auf, der dafür nötig ist, all die Arbeitsschritte, die durchgeführt werden müssen? Denn eine Abdeckung bedeutet, dass ein Randstreifen darum herum angebracht wird. Das bedeutet also auch wieder etwas mehr Beton.
Roel van Gils: Ja.
Henk Schaap: Wiegt das dann ein bisschen mehr Beton in diesem Element mit Deckel auf? Oder nicht? Na ja, rechnen Sie es doch mal aus, finden Sie es doch mal heraus. Nun, dann muss man gemeinsam versuchen, eine gute Entscheidung zu treffen. Das versuchen wir einfach jedes Mal im Gespräch auf den Tisch zu bringen. Und letztendlich muss der Bauunternehmer die Arbeiten ausführen. Er muss sie im Auftrag von TenneT ausführen.
Roel van Gils: Ja.
Henk Schaap: Und genau diesen Dialog versuchen wir zu suchen. Aber das ist in diesem Fall ein etwas längerer Weg als bei Rijkswaterstaat. Und möglicherweise hat Rijkswaterstaat diesen Weg in den vergangenen Jahren bereits hinter sich gebracht.
Roel van Gils: Ja, schon sehr lange.
Henk Schaap: Ja, genau.
[28:44] Fertigbau für Flughäfen
Roel van Gils: Ja, okay. Ja, ganz klar. Ich glaube, du hast die Breite eures Sortiments bereits angesprochen. Gibt es noch andere Produkte, die derzeit in eurem Sortiment aktuell sind?
Henk Schaap: Vielleicht ist das ja doch wieder das Schöne an unserem Unternehmen. Wir sind auch wieder an Flughäfen tätig.
Roel van Gils: Okay.
Henk Schaap: Jeder kennt doch die Bremsanlage auf einem Flugzeugträger. Wir stellen aber auch riesige Elemente her. Das nennen wir dann die Flugzeugbremsanlage. Dafür fertigen wir auch Betonelemente an.
Roel van Gils: Im Ernst?
Henk Schaap: Ach ja. In Eindhoven wird nächstes Jahr umgebaut. Dafür müssen wir wieder solche Elemente herstellen. Das werden wir also wieder tun. Wir haben die Gussformen ordentlich eingelagert. Wir haben bereits verschiedene Militärflugplätze mit diesen Elementen ausgestattet.
Roel van Gils: Ja.
Henk Schaap: Und dort werden wir jetzt Eindhoven umsetzen. Und dort werden wir auch überall diese kleinen Betonsockel anbringen, in denen diese Lampen sitzen, die ja jeder kennt.
Roel van Gils: Ja.
Henk Schaap: Das heißt, wir müssen dort später 500 oder 600 solcher Löcher anlegen.
Roel van Gils: Sind die denn Standard?
Henk Schaap: Die sind zwar Standard. Sechs Varianten, ja. Aber diese sechs Varianten muss man dann in bestimmten Mengen produzieren. Ja, ja, das ist schön zu sehen.
[29:49] Die Stärke von Van Dijk Beton
Roel van Gils: Ja, okay. Zum Schluss noch eine Frage: Wenn Sie „Van Dijk Beton“ in einem Satz oder ein paar Zeilen beschreiben müssten, worin liegt dann Ihre Stärke?
Henk Schaap: Was ist Van Dijk Beton? Eigentlich einfach ein ganz schönes Familienunternehmen mit einer ganz tollen Gruppe von Menschen, mit echten Fachleuten, die für die Branche, in der wir tätig sind, einfach ein unglaublich guter Partner sein können. Und das hoffen wir noch sehr lange tun zu können. Ein so großer Mehrwert für diesen Markt zu sein.
Roel van Gils: Und natürlich auch für die etwas komplexeren gesellschaftlichen Herausforderungen.
Henk Schaap: Auf jeden Fall, daran beteiligen wir uns gerne.
Roel van Gils: Ach so. Vielen Dank, Henk.
Henk Schaap: Gern geschehen. Vielen Dank.
