Plattform zu Beton und Stahl im Bauwesen

#9 – i-Theses zu ERP, Automatisierung und intelligenter Fertigung

Gespräch mit Rony Verlee, Geschäftsführer
Moderator: Roel van Gils

Wie lässt sich die Fertigteilproduktion digitalisieren und automatisieren, ohne die Prozesse unnötig zu verkomplizieren? Rony Verlee von der i-Theses Group spricht über ERP-Software, Produktionsplanung, webbasierte Anwendungen, KI und den Schritt hin zu einer einzigen integrierten digitalen Kette für Beton- und Stahlfertigteile.

Transcriptie

[00:02] Digitalisierung in der Fertigteilindustrie
Roel van Gils: Willkommen zu einer weiteren neuen Folge von „Beton und Stahlbau“, dem Podcast. Die Digitalisierung ist aus der Bau- und Fertigteilindustrie mittlerweile nicht mehr wegzudenken. Dennoch arbeiten viele Unternehmen nach wie vor mit einzelnen Softwarepaketen, Excel-Dateien und Informationen, die an verschiedenen Orten gespeichert sind. Das kostet Zeit, führt zu Fehlern und erschwert es, den Überblick über Produktion, Planung und Logistik zu behalten. Mein heutiger Gast beobachtet diese Entwicklung schon seit Jahren und entwickelt Lösungen, die dieses Problem angehen. Er ist Rony Verlee von i-Theses. Rony, herzlich willkommen.
Rony Verlee: Vielen Dank.
[00:35] Vorstellung von Rony Verlee und der i-Theses Group
Rony Verlee: Ja, ich bin Rony Verlee. Ich bin Geschäftsführer der i-Theses Group. Das Unternehmen ist derzeit an drei Standorten in Belgien vertreten. In Lokeren, wo vor allem die kaufmännischen und administrativen Bereiche angesiedelt sind. Eine Niederlassung in Limburg in Belgien, wo hauptsächlich die Entwicklung stattfindet. Und seit zwei Jahren auch in Buggenhout, wo wir Kresoft haben, das Unternehmen, das wir vor zwei Jahren übernommen haben. Ursprünglich handelte es sich dabei um Bodenbeläge, vor allem um Bodenbeläge. In den letzten Jahren sind wir jedoch zunehmend auch im Bereich anderer Fertigbauteile tätig geworden. Dazu gehören Wände, Balken und Stützen. Stahl war dabei so etwas wie das fehlende Glied. Das hätten wir zwar gerne selbst entwickelt und haben auch damit begonnen. Wenn man sich das dann genauer ansah, stellte sich heraus, dass es doch ein Spezialgebiet ist. Und mit Kresoft haben wir uns eigentlich gut verstanden. Ein ähnlicher Stil in der Unternehmensführung. Wir haben nun eigentlich ein komplettes Angebot. Was also Beton und Stahl betrifft, können wir eine Komplettlösung anbieten. Wir nutzen also eigentlich zwei ERP-Systeme: eines von i-Theses und eines von Kresoft. Kresoft ist vor allem auf Stahl ausgerichtet, wir hingegen vor allem auf Beton. Ich selbst bin seit mehr als 30 Jahren in der Branche tätig. Ich bin schon näher an 35 als an 30. Aber gut, das hat sich so ergeben. Ich hatte nie geplant, diese Karriere einzuschlagen. Ich bin ausgebildeter Industriedesigner. Ich bin auch Produktentwickler. Mit IT habe ich also nichts zu tun. Mit Entwicklung habe ich nichts zu tun. Man sollte mich auch nicht bitten, Code zu schreiben. Das mache ich nicht. Aber ich bin ein bisschen hineingerutscht. Über den Vertrieb. Und dann haben wir uns 1998 selbstständig gemacht. Wir haben ein Management-Buy-out durchgeführt. Und so kam der Ball ins Rollen. Wir haben damals mit vier oder fünf Leuten angefangen. Wir waren einst Teil von Technosoft in den Niederlanden. Damit haben wir dann eigentlich aufgehört. Voller Fokus auf die eigene Entwicklung. Alle Module, die wir anbieten, haben wir selbst entwickelt. Wir verwalten sie selbst in eigener Regie.
Roel van Gils: Auch in Belgien?
Rony Verlee: Ja, genau. Und wir haben uns wirklich voll und ganz für den Fertigbau entschieden. Also ja, bei diesen Aufteilungen gibt es nicht viel zu holen. Eigene Entwicklung ist viel besser. Das bereitet einem auch viel mehr Freude.
[03:05] Von maßgeschneiderten Lösungen zur Software für Fertigbau
Roel van Gils: Ja, Sie haben es tatsächlich schon angesprochen: Sie haben den Weg der Fertigbauweise eingeschlagen. Warum? Wie kam es dazu?
Rony Verlee: Eigentlich sind wir schon seit 1998 im Geschäft. Angefangen hat alles mit maßgeschneiderten Lösungen. Ein paar Kunden hatten konkret nach bestimmten Lösungen gefragt. Daraufhin haben wir angefangen, maßgeschneiderte Lösungen zu entwickeln, aber das wuchs und wuchs. Und irgendwann dachten wir: Mensch, da muss sich doch etwas daraus machen lassen. Daraus haben wir ein Standardpaket gemacht. Damit sind wir gewachsen. Und eigentlich mit den Hohlkammerplatten. Es hat alles mit Hohlkammerplatten angefangen. Man fragt, wo man geschäftlich tätig ist. Wir sind von Dänemark bis Südafrika und von Costa Rica bis Südkorea tätig. Also ja, in der Tat sehr…
Roel van Gils: Man kann sagen, er ist weltweit sehr bekannt.
Rony Verlee: Ja. Und ich wage auch zu sagen – ich will nicht prahlen, aber ich wage es dennoch zu sagen –, dass wir die besten Lösungen haben, wenn es um Fußböden geht. Da kann man jeden in den Wettbewerb treten lassen. Das spielt keine Rolle.
Roel van Gils: Woran liegt das deiner Meinung nach?
Rony Verlee: Na ja, ich denke, Fokus und Fachwissen. Es geht nicht nur darum, Code zu schreiben und Programme zu entwickeln. Das macht zwar viel Spaß. Aber das Wissen und das Know-how – ja, wir haben unsere Wurzeln im Bodenbau. Inzwischen haben wir natürlich ein viel breiteres Angebot, wie ich gerade schon sagte. Wir konzentrieren uns zunehmend auch auf Wände, sodass wir im Bereich der Fertigbauteile eigentlich ein Komplettangebot haben. Ein lückenloses ERP-System. Und noch einmal: Kresoft hat uns dabei ein wenig geholfen, diese Lücke zu schließen. Aber heute können wir wirklich alles abwickeln, vom ersten Kundenkontakt bis hin zur Lieferung und Rechnungsstellung, egal ob es sich um Fußböden, einen Balken oder eine Säule handelt. Das spielt eigentlich keine Rolle. Wir können das komplett abwickeln.
[04:39] Warum der Fertigbau weiter wächst
Roel van Gils: Und was unterscheidet die Fertigbau-Branche so sehr von anderen Unternehmen?
Rony Verlee: Das hängt mit dem Bauwesen zusammen. Man beobachtet also ein stetiges Wachstum in diesem Markt. Der Markt für Fertigbauteile wächst eigentlich immer noch. Wir wollen schneller bauen.
Roel van Gils: Ja, klar.
Rony Verlee: Wir wollen den CO₂-Ausstoß in den Griff bekommen. Wir wollen schneller bauen. Kontrollierte Umgebungen. Qualitätskontrolle. Das lässt sich eigentlich nur so realisieren. Man fertigt die Bauteile im Werk vor, in einer kontrollierten Umgebung. Und man merkt tatsächlich – das hast du ja auch gerade angesprochen –, dass unsere liebsten potenziellen Kunden, die wir am liebsten hätten, genau diejenigen sind, die mit Excel arbeiten und noch irgendwo eine Access-Datenbank haben. Und die haben sie am liebsten auch noch intern entwickelt. Davon sind sie total begeistert. Nur der Mann, der das damals erstellt hat, ist inzwischen in Rente. Und dann haben wir da doch ein Problem. Also ja, wir kommen dann ins Spiel, besprechen die Sache und integrieren sie. Aber eigentlich ist die Basis, der Motor, immer standardisiert. Doch jeder Kunde hat seine Eigenheiten, sagen wir oft. Wir implementieren ganz nach den Wünschen des Kunden. Wir hören dem Kunden wirklich zu und schauen, was wir tun können. Und genau darauf richten wir die Lösung vollständig aus. Jeder Kunde bei uns hat also sein eigenes Setup. Die Softwareauslieferung ist natürlich vollständig automatisiert.
Roel van Gils: Aber dann hat jeder Kunde seine eigene Konfiguration darauf.
[06:06] Automatisierung als Schlüssel zu einer effizienten Produktion
Rony Verlee: Die profitabelsten Fertighausunternehmen sind diejenigen, die stark in Automatisierung investieren. Erst letzte Woche war ich bei einem dieser Kunden zu Besuch, zusammen mit Kunden aus Polen. Ein Betriebsbesuch. Ja, das ist natürlich immer beeindruckend, wenn man einen Blick in die Konstruktionsabteilung werfen und dann auch die Produktion sehen kann. Und dieser Kunde war einfach stolz darauf, dass er in seiner Produktion noch vier Mitarbeiter hatte. Und dann produziert er – natürlich pro Schicht – 2.000 Quadratmeter pro Tag in dieser Fabrik.
Roel van Gils: Mit nur vier Leuten?
Rony Verlee: Dass sie das mit vier Mitarbeitern pro Schicht betreiben. Natürlich in drei Schichten. Aber dann schaut man sich diese Unternehmen einmal an. Und das ist dann eine relativ alte Fabrik. Aber eigentlich läuft sie noch sehr optimal. Und sie investieren ständig in Automatisierung. Und alles, was sie noch weiter verfeinern können, daran arbeiten sie. Und ich habe nie Schwierigkeiten, den Betriebsleiter dort davon zu überzeugen, wieder einmal etwas Neues auszuprobieren.
Roel van Gils: Also Automatisierung und Digitalisierung.
Rony Verlee: Ja, vollständige Digitalisierung und dann in der Tat Automatisierung. Und ja, ich denke, damit müssen wir uns heute auch befassen. CO₂, Fertigbau und Zement stehen doch alle unter Druck. Das sind alles Faktoren, die eine Rolle spielen. Ja, wir wollen möglichst niedrige Ausfallkosten haben. Wir wollen also das Maximum herausholen. Und das geht doch nur mit Fertigbau und Automatisierung. Und ja, Ausfallkosten sind sehr wichtig. Wenn man sich [unverständlich] ansieht, vor ein paar Jahren – ich weiß nicht, wie es jetzt aussieht –, aber dort hatte man einen Verlust von 9% bei der Produktion. Das ist gigantisch. Das geht nicht. Da muss man also auf Automatisierung setzen. Es reicht nicht mehr aus zu sagen: „Schau mal, ich habe hier eine Gruppe Inder und Pakistaner, die hier arbeiten. Die kosten mich ein paar Euro oder ein paar Dollar pro Stunde. Was sollte ich schon in Automatisierung investieren?“ Ja, das geht so nicht mehr. Auch die werden sich damit befassen. Und auch sie werden bald darauf kommen, um diese Kosten zu senken, um diesen Verlust zu verringern.
[08:11] Kein gewöhnlicher ERP-Anbieter
Roel van Gils: Ja, denn ihr sagt ja oft, dass ihr kein gewöhnlicher ERP-Anbieter seid.
Rony Verlee: Nein.
Roel van Gils: Was meinst du damit genau?
Rony Verlee: Wir passen uns immer an den Kunden an. Nun, ich glaube auch nicht an ein Standard-ERP-System. Natürlich gibt es bestimmte Komponenten, die man braucht. Man braucht ein CRM-System, man braucht in irgendeiner Form Engineering und Konstruktion. Und dann kümmert man sich um die administrative Abwicklung. Ja, das sind die Komponenten eines ERP-Systems. Aber wir passen so viel für den Kunden an.
[08:46] Anbindungen an andere ERP-Systeme
Roel van Gils: Aber läuft da noch ein ERP-System parallel dazu? Oder ein anderes System, oder eine Buchhaltung?
Rony Verlee: Ja, je größer das Unternehmen, desto häufiger läuft dort zusätzlich ein administratives ERP-System. Nennen Sie sie ruhig: JD Edwards, SAP, Microsoft Dynamics. Und dann tauschen wir Daten über APIs aus. Das wird auch immer mit dem Kunden abgestimmt. Wir haben ein Produktions-ERP. Wir haben kein administratives ERP-System. Und das ist auch nicht unser Ziel. Wir machen keine Buchhaltung. Wir kümmern uns nicht um den Einkauf. Wir konzentrieren uns wirklich auf die Produktion und automatisieren diesen Bereich vollständig. Und unser Motto lautet: Wir geben die Daten einmal ein, oder sie werden beispielsweise aus einem System wie Microsoft Dynamics übertragen. Wir haben bestimmte Kunden, die damit arbeiten. Zu einem bestimmten Zeitpunkt wird aus einem Angebot ein Auftrag, und dann wird dieser übertragen. Wir können Angebote auch innerhalb des Systems erstellen, aber das ist nicht so ausgefeilt, wie es beispielsweise in Microsoft Dynamics, SAP oder JD Edwards möglich wäre. Sobald also die Daten übertragen werden, erhalten wir sie und ergänzen sie. Und gut, am Ende haben wir einen vereinbarten allgemeinen Liefertermin. Ein Richttermin ist, sagen wir mal, Ende September. Dieser Termin Ende September steht zunächst im Vordergrund. Aber wenn man dann mit der Produktion beginnt und die Transporte plant, nimmt man eine Feinabstimmung vor. Und diese Termine sind immer sehr kritisch. Man ergänzt die Datenbank im Grunde entsprechend dem Fortschritt des Projekts. Ich kann dann auch rückwärts rechnen. Ich kann sagen: Wenn ich Ende September liefern muss, bedeutet das eigentlich, dass ich meine Zeichnung jetzt fertig haben muss. Dass ich innerhalb von zwei Wochen eine Freigabe haben muss. Dann kann ich in die Produktion gehen und so weiter. Auf diese Planung konzentrieren wir uns also sehr stark.
[10:31] Vom Kundenkontakt bis zur Rechnungsstellung
Roel van Gils: Aber wo fängt man dann an? Wo beginnt der Prozess?
Rony Verlee: Für kleinere Kunden werden wir auch die Angebote gemeinsam mit ihnen erstellen. Wir entwickeln derzeit das Office-Modul „PlanDesk Office“. Das gibt es eigentlich schon sehr lange, allerdings in sehr eingeschränkter Form. Und wir bauen es gerade so aus, dass wir dort auch ein umfassenderes CRM-System haben, um die Nachverfolgung zu gewährleisten. Und dann beginnt die Angebotserstellung eigentlich schon bei uns. Vom ersten Kundenkontakt bis hin zur Rechnungsstellung. Einkauf und Buchhaltung übernehmen wir nicht. Aber man kann eigentlich schon bei uns einsteigen. Es gibt jedoch einige Kunden, vor allem die ganz großen Akteure. In Großbritannien haben wir zum Beispiel ein paar Kunden, und dort sind wir dann sozusagen das Bindeglied. Wir fungieren also für diesen Kunden eigentlich als Bindeglied zwischen Salesforce und JD Edwards. Über JD Edwards versenden sie dann ihre Bestellungen und erstellen auch die Rechnungen. Ja, als Kunde sagst du es einfach. Wenn du sagst: Ja, ich möchte mein JD Edwards für die Rechnungsstellung nutzen, dann nutze ich JD Edwards für die Rechnungsstellung.
Roel van Gils: Das lässt sich alles miteinander verknüpfen.
Rony Verlee: Möchtest du doch mit uns abrechnen? Kein Problem. Auch sehr große Unternehmen machen das so mit uns.
Roel van Gils: Der Schwerpunkt liegt auf der Produktion, aber eigentlich geht es um viel mehr.
Rony Verlee: Eigentlich können wir das noch weiter ausbauen. Auch im Bereich Logistik übernehmen wir Aufgaben. Die Lagerverwaltung können wir perfekt abwickeln. Ja, wir haben da wirklich viele Möglichkeiten. Aber der Kunde entscheidet, was er von uns erwartet und wie er beispielsweise mit einem solchen externen ERP-System umgehen möchte.

[11:54] Module für Qualitätskontrolle und Logistik
Roel van Gils: Und das sind dann eigentlich alles verschiedene Module innerhalb eures Pakets, oder?
Rony Verlee: Ja, wir haben uns nun entschieden, das Ganze ein wenig zu vereinfachen. Denn zu einem bestimmten Zeitpunkt hatten wir so viele Module. Außerhalb der Produktion, wie wir es nennen. So beschreiben wir es. Und dabei geht es um die Qualitätskontrolle. Früher haben wir die Qualitätskontrolle erst nach der Produktion durchgeführt. Also sozusagen auf der Fertigungslinie oder auf dem Tisch. Und es war entweder in Ordnung oder nicht. Aber ja, unterwegs kann noch sehr viel passieren, was schiefgehen kann. Deshalb haben wir das ins Internet verlagert, sodass wir zu einem bestimmten Zeitpunkt auf Tablets die Qualitätskontrolle durchführen können. Auch wenn es draußen liegt. Wenn es kaputtgeht, was auch immer passiert. Man muss jederzeit ein Foto machen können, festhalten, was schiefgelaufen ist und ob es zurück in die Produktion muss. So hat man einfach sofort Informationen. Und in der letzten Zeit setzen wir sehr stark darauf. Genauso wie bei der Kommissionierung. Man kann den Prozess heutzutage also komplett digital abwickeln. Und wenn etwas schiefgeht, wird das erfasst. Diese Module laufen eigentlich alle ineinandergreifend ab. Und deshalb haben wir beschlossen: Seht mal, wir bilden jetzt noch ein paar große Gruppen von Modulen und führen das Ganze eigentlich zusammen. Ohne Qualitätskontrolle macht das keinen Sinn. Also ja, man muss doch jederzeit die Möglichkeit haben, etwas zu erfassen. Wir haben gesagt: Kommt, wir führen das jetzt alles zusammen. Und wir versuchen, das so zu gestalten, dass es für den Kunden auch finanziell tragbar bleibt. Also arbeiten wir vollständig mit Abonnementmodellen.
[13:28] Schritt für Schritt automatisieren
Roel van Gils: Also eigentlich verschiedene Abstufungen?
Rony Verlee: Ja, wir werden eigentlich Pakete schnüren. Was man derzeit sieht, ist, dass wir oft mit der Zeichnung, der Produktionsplanung und der Ladungsplanung beginnen. Der Rest ist sozusagen optional. Alles, was darüber hinausgeht, kann in einer zweiten Phase erfolgen. Denn man merkt auch: Wenn man zu viel automatisiert … Es sieht zwar alles fantastisch aus. Wir haben oft Kunden, die sagen: Ja, aber wir wollen das alles. Ja, das ist fantastisch. Aber wenn wir zu viel auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal auf einmal Denn man überfordert sie damit. Also langsam anfangen. Begrenzt starten und dann nach und nach ausbauen.
Roel van Gils: Das bedeutet also Einschränkungen bei der Produktionsplanung?
Rony Verlee: Oder zumindest die Produktionsplanung und die Ladungszusammenstellung. Das ist oft der Fall. Ja, manchmal kommt noch die Produktionsplanung für den Monat dazu. Aber dann ist erst einmal Schluss. Und das betrifft vor allem alles, was drinnen – sagen wir es mal auf Belgisch – unter Dach stattfindet.
Roel van Gils: Ja, ja.
Rony Verlee: Das ist sozusagen ein erster Schritt. Das reicht eigentlich oft schon völlig aus.
[14:28] Implementierung und Betreuung bei Kunden
Roel van Gils: Beziehen Sie die Mitarbeiter auch in die Einarbeitung in die Software mit ein? Wie funktioniert das?
Rony Verlee: Nun, wir haben also Anwendungsingenieure. Und ich möchte zunächst mit jedem so viel wie möglich sprechen. Wir arbeiten sehr viel in Teams. Oft führen wir auch Kennenlern-Demos und Einführungen digital durch. Kürzlich bei einem Kunden, der mittlerweile in Litauen ansässig ist. Ja, man führt zunächst das Kennenlerngespräch. Wenn das gut verläuft, Interesse besteht und man das Gefühl hat … Ich bin auch der Meinung, dass der Preis niemals eine Überraschung sein darf. Deshalb geben wir bereits einen Richtpreis an. Wir sagen: Wenn du das in Angriff nimmst, musst du das doch berücksichtigen. Und wenn man an dieser Stelle abspringt, können wir genauso gut zu Hause bleiben.  Denn das ist doch verlorene Zeit. Ich will nicht sagen, dass dieser Kunde in zwei, drei Jahren vielleicht nicht mehr aktuell ist. Dann hat er eine Vorstellung davon, was es kosten wird, und kommt schon wieder auf uns zurück. Aber dieses erste Kennenlernen findet oft digital statt. Aber ich möchte die Kunden persönlich getroffen haben. Ich möchte mir ihr Unternehmen ansehen. Ich möchte es mit eigenen Augen sehen. Das werfen sie mir dann oft vor: Was willst du dort schon machen? Du hast doch schon so viele Fabriken gesehen. Dennoch ist jede Fabrik wieder anders. Und dann kann man auch mal mit den Leuten in der Produktion sprechen. Und dann weiß man, was dort vor sich geht. Das macht mir auch Spaß. Einfach sozusagen eine Standard-Zeichensoftware zu verkaufen, das ist nicht … Nein, das reizt mich nicht mehr so sehr. Ich möchte lieber diese Fabrik sehen, die läuft und in der etwas …
[15:51] Der Umstieg auf webbasierte Software
Roel van Gils: Und dann kann man natürlich auch maßgeschneiderte Lösungen für sie anbieten. Eine deutliche Entwicklung bei euch ist, dass immer mehr Software webbasiert wird. Warum geht ihr diesen Weg?
Rony Verlee: Nun, ganz einfach: Früher stieß man manchmal auf Einschränkungen wie: „Ja, ich habe einen Apple, läuft das darauf?“ „Ja“, „nein“, „ein Windows-PC“. Das spielt heute alles keine Rolle mehr. Man kann es auf einem Tablet nutzen, auf einem Handy, auf einem Laptop, über eine App oder auf einem normalen Windows-Rechner – ganz egal. Man läuft es also im Browser, das ist der erste Punkt. Zweitens: Oft sind diese Anwendungen auch viel schneller. Und vor allem, wenn man bald … Die Tür steht jetzt auch offen, um in der Cloud zu arbeiten. Ich weiß, die Fertighausbranche ist ziemlich konservativ, nennen wir es mal so. Diese Leute bekommt man heute … Ich kann niemanden dazu motivieren, in der Cloud zu arbeiten.
Roel van Gils: Immer noch nicht dabei?
Rony Verlee: Nein, nein, nein. Das ist aufwendig. In der Cloud und so. Aber der große Vorteil ist einfach, dass man auf diesen Tablets arbeiten kann und auch draußen auf dem Gelände mit einem Tablet arbeiten kann. Ja, für diese neuen Module. Und das ist eigentlich der Hauptgrund, warum wir diesen Schritt gewagt haben. Und ja, benutzerfreundlicher, einfacher zu warten. Updates werden eigentlich automatisch bereitgestellt. Was uns früher manchmal passiert ist: Es gibt bestimmte Kunden mit zehn Nutzern, die im Unternehmen drei verschiedene Versionen im Einsatz haben. Dann wird es schwierig, das systemwartbar zu halten. Die Wartbarkeit ist also auch einfacher. Und wir stellen auch fest, dass die Geschwindigkeit doch… Wir arbeiten gerade daran, Stargon vollständig ins Web zu bringen. Also das Paket von Kresoft, das wir gekauft haben. Was die Geschwindigkeit angeht…
Roel van Gils: Ja, ein Unterschied.
Rony Verlee: Ja, ein Unterschied. Ja, auf jeden Fall. Aber das sieht man nicht nur bei uns. Das sieht man auch bei sehr vielen Anwendungen. Benutzerfreundlicher, für jeden zugänglich.
[17:44] Bestehende Kunden zu neuen Anwendungen
Roel van Gils: Denn dort gibt es, wie ich annehme, auch bestehende Kunden, die weiterhin ganz normal…
Rony Verlee: Ja, nein, wir werden sie dazu drängen. Sie müssen auf diese neuen Lösungen umsteigen. Wir werden diese Desktop-Anwendungen … Davon gibt es übrigens auch nicht mehr viele. Wir haben nur noch ein oder zwei, drei davon. Produktionsplanung, ich glaube, das Logistikmodul, und dann haben wir es auch schon so ziemlich abgedeckt. Und dann kommt noch das „PlanDesk Office“, das wir stark ausbauen werden und mit dem wir auch Kalkulationen direkt in unserer Umgebung durchführen können. Das stammt aus der Übernahme von Kresoft. Es war eigentlich nicht unsere Absicht, viel damit zu machen, aber sie hatten ein solches Paket, das eigentlich gut lief und über jede Menge Technologie verfügt. Also werden wir versuchen, das in unseren Plan zu integrieren. Ich denke, dass sich sehr viele Kunden darüber freuen werden. Das wird kostenlos sein, denn diejenigen, die Admin haben, können es eigentlich kostenlos erhalten. Also ja, da sieht man durchaus eine Weiterentwicklung.
[18:36] Künstliche Intelligenz in der Softwareentwicklung
Roel van Gils: Ein Thema, an dem heutzutage niemand mehr vorbeikommt, ist künstliche Intelligenz, KI. Wie seht ihr das?
Rony Verlee: Ehrlich gesagt nutzen wir sehr viel KI für unsere eigene Entwicklung, weil es damit einfach viel schneller geht. Das bedeutet aber nicht, dass es dadurch billiger wird. Das ist manchmal ein kleines Missverständnis. Man kann zwar sehr viel Code generieren, muss diesen aber noch verarbeiten und auswerten. Und was man jetzt sieht, ist, dass wir statt jemandem, der den Code schreibt, nun Mitarbeiter im Haus haben, die ihn überprüfen müssen. Und das sind doch andere Profile. Das sind Analysten mit viel Erfahrung, die sich damit beschäftigen. Wir investieren, um solche Leute zu gewinnen. Also eine viel detailliertere Analyse. Während es früher so war … Ein Kunde hatte einen Bedarf, wir hörten am Telefon zu, schrieben fünf Sätze, schickten die E-Mail: „Ist es das, was du meinst?“ „Ja, genau das.“ Jetzt sind diese Analysen viel umfassender. Und damit beschäftigen sich nun tatsächlich Analysten, die wir früher bei uns nicht wirklich als spezielle Aufgabe hatten, da die Entwickler oder die Projektleiter der Teams das selbst erledigten. Und das Wissen und die Kompetenz, das Know-how im Bereich KI, insbesondere in unserer Branche, ist sehr schwer zu erwerben, weil wir in einem so kleinen Nischenmarkt tätig sind. Ich kann mir vorstellen, dass man bestimmte Tabellen und Statistiken haben möchte, das lässt sich perfekt umsetzen. Auch in unseren Datenbanken. Was mich betrifft, kann der Kunde unsere Daten nutzen, um bestimmte Statistiken zu erstellen. Soll er das ruhig tun. Aber die Entwicklung in unseren Anwendungen – das ist doch noch eine andere Sache … damit alles reibungslos läuft. Ist es ein Tool? Auf jeden Fall. Wir haben auch schon damit experimentiert. Wir haben auch schon bestimmte Funktionen in unsere Software integriert. Produktionsoptimierung zum Beispiel. Für die Arbeitsplanung haben wir einige Tests durchgeführt. In einer Demo sieht das großartig aus. Aber in der Praxis fehlt dann doch wieder dieser eine Parameter, der gerade nicht enthalten ist, um das Ganze vollautomatisch laufen zu lassen. Ist das etwas, womit man sich beschäftigen sollte? Auf jeden Fall. Wir haben bereits einige Tests durchgeführt, es wird also etwas kommen. Aber dann eher in Form einer Abfrage der Datenbank selbst.
Roel van Gils: Ja, eigentlich bei der Nutzung der Software, nicht bei der Entwicklung.
Rony Verlee: Ja. Und dass man dann einfach sagt: „Schau mal, lass mich mal nachsehen, welchen Umsatz wir in den letzten drei Monaten erzielt haben, und erstelle mir daraus eine Statistik.“ Ja, das sind die klassischen KI-Anwendungen, bei denen man sofort einen Nutzen erzielt.
[21:09] Pilotprojekte mit KI
Roel van Gils: Aber kannst du ein Beispiel für ein Pilotprojekt nennen? Oder ist es dafür noch zu früh?
Rony Verlee: Ich werde jetzt nicht näher darauf eingehen. Das werden wir bei einem späteren Termin nachholen.
Roel van Gils: Ja, das ist gut.
[21:19] Webanwendungen und integrierte Prozesse
Roel van Gils: Ihr entwickelt euch ständig weiter, das hast du ja auch schon gesagt. Worauf seid ihr in der letzten Zeit am meisten stolz?
Rony Verlee: Das ist eine schwierige Frage, denn dann würde ich entweder ein Team bevorzugen, und das wollen wir nicht. Die Tatsache, dass wir jetzt mit diesen webbasierten Anwendungen so schnell reagieren können. Diese Anwendungen werden von den Kunden doch sehr geschätzt. Es gibt weniger Widerstände als früher, sie zu nutzen. Man merkt, dass wir kürzlich einige sehr große Kunden gewonnen haben, auch in Nordirland, und Rückmeldungen erhalten wie: “It has revolutionized our business.” Ja, das hört man gerne. Das ging sehr schnell. Innerhalb eines Jahres haben sie eigentlich komplett von einer sehr veralteten Arbeitsweise mit fragmentierter Automatisierung umgestellt. Sie automatisieren einzelne Bereiche sehr fragmentiert, aber eigentlich … Und sobald man Dinge ein zweites Mal eingeben muss, besteht die Gefahr von Fehlern.
Roel van Gils: Ja, ja.
Rony Verlee: Nein, darauf bin ich am stolzesten. Ja, diese Webanwendungen, die wirklich gut funktionieren und oft sehr spektakulär anzusehen sind. Ja, ein vollständig integrierter Prozess. Ja, das macht Spaß.
[22:41] Die Übernahme von Kresoft und Stargon
Roel van Gils: Und Sie haben gerade auch die Übernahme von Kresoft erwähnt. Was bedeutet das konkret für Ihre Kunden, für Ihre bestehenden Kunden?
Rony Verlee: Es geht um das Modul Stargon. Übrigens gibt es auch in den Niederlanden eine ganze Reihe von Kunden, die damit arbeiten – mit Stargon –, darunter einige namhafte. Die Idee ist eigentlich, dass wir bald eine Art Mini-Stargon in PlanDesk mitliefern können, denn ziemlich viele Kunden, vor allem im Bereich der Wände, Balken und Säulen – ja, da braucht man nun mal Stahl. Bei den Fußböden spielt das eine etwas geringere Rolle, obwohl … Aber ja, das war so etwas, was uns gefehlt hat. Und wir wollen Stargon eigentlich komplett ins Web bringen.

[23:23] Partnerschaft und Wachstum innerhalb der i-Theses Group
Rony Verlee: Etwas, das Gert Janssens, der für Kresoft verantwortlich ist und ebenfalls Partner ist … Übrigens arbeite ich gerne mit Partnern zusammen. Ich versuche, Menschen in Schlüsselpositionen, sozusagen, so gut wie möglich an Unternehmen zu binden. Ich hatte sehr viele schlaflose Nächte, als unsere Mitarbeiter noch angestellt waren. Denn im Jahr 2020 ist mein ehemaliger Partner ausgestiegen. Wir waren also zu zweit als Eigentümer. Er ist dann ausgestiegen. Und wir haben dann eigentlich vier Leuten, die wirklich Schlüsselpositionen innehatten und für das Unternehmen sehr wichtig waren, die Chance gegeben, einzusteigen. Das haben sie auch alle getan. Und sie sind sehr zufrieden. Denn wenn wir kurz zurückblicken, haben sich die Zahlen in sechs Jahren mehr als verdoppelt, vielleicht sogar verdreifacht.
Roel van Gils: Das war ein guter Schritt.
Rony Verlee: Ja, das hat sich damals durchaus ausgezahlt. Gert hatte eigentlich schon lange versucht, Kresoft loszuwerden. Das System wurde langsamer. Dahinter steckten sehr umfangreiche Datenbanken. Es war schwierig, die Leute davon zu überzeugen, und es fehlte auch an Fachwissen. In dieser Hinsicht haben wir sehr schnell zueinander gepasst, denn wir beschäftigen uns schon seit sechs, sieben, acht Jahren mit dieser Webifizierung. Und dieses Fachwissen war für sie sehr willkommen. Und wir sind gerade dabei, ein Stargon 360 aufzubauen. Das wird also wahrscheinlich irgendwann nach den Ferien bei einigen Pilotkunden in Betrieb genommen. Ja, die Leute sind sehr begeistert. Auch von der Geschwindigkeit und der Benutzeroberfläche. Ja, das wird gut laufen. Und für uns war es eine Bereicherung. Wir mussten es nicht selbst entwickeln.
Roel van Gils: In diesem Sinne eine Win-Win-Situation.
Rony Verlee: Ja, dass wir sie mit ins Boot holen. Und dass es in der Tat dieselbe Entwicklung durchläuft wie i-Theses in den letzten sechs, sieben Jahren.
[25:13] Internationales Wachstum durch Maschinenbauer
Roel van Gils: Du hast gerade Kunden aus Nordirland und Litauen erwähnt. Wie kommen die denn alle zu euch?
Rony Verlee: Mit den Maschinenbauern, also den Männern, die die Fabriken bauen werden. Und dann erhält man die Informationen aus erster Hand.
Roel van Gils: Ach so.
Rony Verlee: Es ist auch so, dass wir in den letzten Jahren einen Trend beobachten, dass man zunehmend Maschinen automatisiert und die Produktion automatisiert. Man denke beispielsweise an einen Plotter, mit dem Elemente und Aussparungen markiert und die Längen eingezeichnet werden. Automatische Sägemaschinen. Bei einem bestimmten Kunden haben wir sogar einen Roboter, den wir steuern und der wirklich automatisch Öffnungen herstellt. Ja, diese Verbindung zur Produktion ist in den letzten drei, vier Jahren sehr wichtig geworden. Und nicht jeder Hersteller verfügt über eine eigene Entwicklungsabteilung. Wir leiten daher Informationen aus der Produktionsplanung an die Produktion weiter. Und was mittlerweile immer mehr Fuß fasst: Wir erhalten auch immer mehr Rückmeldungen aus der Produktion. Wenn also unterwegs etwas schiefgeht, stehen uns diese Informationen sofort zur Verfügung. Denn ja, die Kosten für einen Fehler sind an sich nicht so hoch, dass das Element selbst beschädigt wird. Die großen Kosten entstehen dadurch, dass man nicht rechtzeitig liefern kann. Und dass man eine Menge administrativen Ärger hat, um das alles wieder in Ordnung zu bringen. Je schneller man weiß, dass in der Produktion etwas schiefgeht, desto schneller kann man handeln. Und dafür sorgen, dass die Lieferung nicht gefährdet wird. Denn ja, wir bekommen immer mehr Vertragsstrafen auf den Hals, wenn etwas schiefgeht. Das ist sozusagen der Trend. Ich werde in der Tat keine Neukundenakquise in den Vereinigten Staaten oder in Litauen betreiben. Und natürlich nehmen wir an einigen Messen teil, wie zum Beispiel der bauma. Dort kommt man natürlich auch sehr gut mit internationalen Kunden in Kontakt. Dort entstehen oft die ersten Kontakte. Und dann vor allem die Hersteller. Die sagen: „Ja, Rony, haben wir da etwas?“ Denn sie steuern diesen Plotter in der Fabrik, sie haben einen Plotter, aber ihnen fehlen die Daten. Ja, das ist kein Problem, das können wir lösen. So kommen wir eigentlich weltweit ins Geschäft. Ich bin gerade ein bisschen in Südafrika aktiv.
Roel van Gils: Da warst du ja auch ‘kurz’ – das ist schön.
Rony Verlee: Ja, ja. Also ja, gut. Auf diese Weise, durch diese Kontakte, kommen wir mit sehr vielen neuen Kunden in Kontakt.
[27:32] Software für kleine und große Fertighaushersteller
Roel van Gils: Und ab welcher Unternehmensgröße ist eure Software interessant?
Rony Verlee: Sagen wir mal so: Wir haben ganz kleine Akteure, ganz kleine Akteure. Und wir versuchen auch, die Kräfte ein wenig zu bündeln, damit es für sie machbar ist. Wir haben einen Hersteller in Nordirland. Ehrlich gesagt, als ich dort ankam, dachte ich: „Meine Güte, was sollen wir hier bloß anfangen?“ Aber dann ist er gewachsen. Und der hat mit zwei Maschinen im Freien produziert. Wenn es also stark regnete, stellte er die Produktion ein. Aber heute hat er bereits vier Produktionslinien und eine Option auf vier weitere. Ja, das ist tatsächlich zu einem ganz großen Akteur geworden. Er hat erst kürzlich auch alle restlichen Module zugekauft. Angefangen hat alles mit einem Zeichenprogramm und Berechnungen.
Roel van Gils: Ja, jetzt das komplette Paket. Alles.
Rony Verlee: Ja, das sind natürlich nette Leute. Die uns aus dem einen oder anderen Grund verlassen … Ich glaube, es kommen immer wieder neue hinzu. Und Sie können gerne bei den Referenzkunden anrufen, Kontakt aufnehmen und fragen, wie wir uns schlagen. Ich glaube, sie sind alle sehr zufrieden.
[28:34] Was Kunden an i-Theses schätzen
Roel van Gils: Was hört man denn oft?
Rony Verlee: Ach ja, natürlich. Je mehr man sich integriert, desto schwieriger ist es, wieder zu gehen. Wenn man in der Produktion automatisiert und dann weggehen möchte, wird das doch zu einer ziemlich heiklen… Das wird schwierig. Dass heute alles funktioniert. Aber was hört man oft? Geschwindigkeit, Benutzerfreundlichkeit. Manchmal hört man dann Geschichten, die sind dann schön. Es ist nicht i-Theses, dank dem wir so gewachsen sind. i-Theses ist nicht wegen uns gewachsen und wir nicht wegen i-Theses, sondern wir haben es gemeinsam geschafft. Das ist auch so. Das ist schön so. Wir wachsen. Wir haben Kunden, die seit fast 30 Jahren bei uns sind, die man seit fast 30 Jahren kennt.
Roel van Gils: Das ist schön. Positiv.
[29:17] Weiterer Automatisierungsfortschritt in der Fertigteilindustrie
Roel van Gils: Wenn man sich jedoch den Markt ansieht: Welche Entwicklungen werden Ihrer Meinung nach die Fertigbauindustrie in den kommenden Jahren prägen?
Rony Verlee: Ich denke an eine weitergehende Automatisierung. Aber auch in der Produktion. Nicht nur Zeichnen und Rechnen. Nein, nein. Auch die Produktion wirklich automatisieren. Ich denke, darin liegt der Schlüssel. Und was sieht man dann? Dass die Newcomer, die in den letzten zehn, fünfzehn Jahren gegründet wurden, auch keine Sozialverbindlichkeiten haben. Die größten Abschreibungen wahrscheinlich auf ihre Fabriken – und dennoch sind sie die rentabelsten Unternehmen. Ich glaube, darin liegt der Schlüssel. Ja, die Zahlen sprechen natürlich für sich.
[30:04] Die Zukunft von i-Theses
Roel van Gils: Okay. Und wenn wir in fünf Jahren wieder hier an diesem Tisch sitzen, wie wird das Unternehmen i-Theses dann aussehen?
Rony Verlee: Ich bin im Ruhestand.
Roel van Gils: Nun, das ist eine schöne Aussicht.
Rony Verlee: Nein, nein, nein. Ja, hör mal, es ist mein Baby. Ich habe mein Herzblut hineingesteckt. Ach, ich weiß es nicht. Ich habe es dir ja gerade schon unter vier Augen gesagt. Deutschland … Meine letzte Errungenschaft könnte durchaus sein, dass wir in den USA eine Niederlassung gründen. Ansonsten bleiben wir aber sehr lokal. Wir haben uns auch immer dafür entschieden, alle Entwicklungen intern durchzuführen. Wir haben einmal über Kresoft die Erfahrung gemacht, eine Entwicklung in Indien durchführen zu lassen. Das war kein Erfolg. Und an dem Tag, an dem man an die Produktion gebunden ist und etwas schiefgeht, muss man vorausschauend handeln können. Und zwar sofort. Man darf also nicht von anderen Parteien abhängig sein. Aber in fünf Jahren zwanzig Mitarbeiter in den USA? Ich weiß es nicht.
Roel van Gils: Sieh mal, das ist gut. Das nehmen wir dir ab. Das haben wir notiert.
Rony Verlee: Ja, mach ruhig.
[31:11] Beratung für Fertighaushersteller zum Thema Digitalisierung
Roel van Gils: Und zum Schluss: Wenn Sie den Fertighausherstellern, die noch Zweifel an der Digitalisierung haben, einen Rat geben dürften, welcher wäre das?
Rony Verlee: Ja, es gibt nur einen Weg. Man muss automatisieren, man muss digitalisieren. Es sei denn natürlich, man will seine Form mit einer Schaufel füllen. Dann muss man diesen Weg eben weitergehen, aber das wird wohl nichts, denke ich. Nein, man muss einfach so viel wie möglich automatisieren. Das ist der einzige Weg. Nun, es gibt noch einen weiteren Weg, aufgepasst.
Roel van Gils: Ja, sind wir noch nicht da?
Rony Verlee: Nein. Ich denke, schau mal, warum sind wir im Bereich Fußböden so erfolgreich? Weil man dort einen Lean-Prozess hat, bei dem wir alle Daten vom Zeichnungsprogramm bis zur Produktion zur Verfügung haben. Alles ist einfach integriert und verfügbar. Wie sieht es bei Wänden, Trägern und Stützen aus? Gehen wir wirklich von einem BIM-Modell aus? Und dann gibt es noch IFC, von dem alle so begeistert waren. Aber heute muss man feststellen, dass doch sehr viele Informationen fehlen. Vor allem in Richtung Fertigung. Das ist ein sehr schönes Format, wenn wir über Modelle sprechen und diese Modelle austauschen wollen. Aber wir haben noch einen weiten Weg vor uns. Da fehlen uns noch sehr viele Daten. Und ich habe erst letzte Woche – ich werde übrigens morgen eine Präsentation dazu halten – zu diesem potenziellen Kunden gesagt: Sehen Sie, wir können sehr viel automatisieren, aber Sie müssen Ihre Planungsbüros und Zeichnungsbüros, mit denen Sie zusammenarbeiten, schulen. Sie müssen die Daten auf eine bestimmte Art und Weise bereitstellen. Und wenn du das dann nicht hinbekommst, hat alles andere keinen Sinn. Du musst die Daten haben, du musst diese Daten haben. Und das muss wirklich noch genauer betrachtet werden. Man beschäftigt sich noch zu sehr mit der Modellierung, und nach der Modellierung ist es vorbei. Nein, nein, dann gehen wir in die Produktion. Und dann ist es möglicherweise noch wichtiger, diese Daten gut strukturiert zu bekommen. Wenn wir jetzt einen IFC-Standard für Fertigbauteile hätten, der fantastisch funktionieren würde … Ich habe irgendwie das Gefühl, dass das so etwas wie ein totgeborenes Kind ist, an dem man in Deutschland sehr gerne festhalten möchte. Aber wir brauchen ein Format. UniTechnik ist ziemlich gut, aber das ist dann sehr spezifisch auf Wände ausgerichtet. Und dann können wir mit Automatisierung und Digitalisierung eine ganze Menge erreichen, vor allem im Bereich der digitalen Datenverarbeitung. Und ja, da ist noch sehr viel möglich, weißt du.
[33:35] Noch viel Raum für Entwicklung
Roel van Gils: Du bist also, wie ich vermute, noch eine Weile mit der Entwicklung beschäftigt.
Rony Verlee: Nun, wissen Sie, ich habe, wie ich bereits sagte, 1992 bei Technosoft angefangen. Und ich wollte dort ein paar Jahre arbeiten, weil ich Erfahrungen im Vertrieb sammeln wollte. Denn ja, mein Traum war es schon immer, mich selbstständig zu machen. Und ich wollte dort ein paar Jahre arbeiten, denn dann wäre doch alles verkauft sein. Dann würden wir doch alle AutoCAD nutzen. Jeder würde AutoCAD haben, und dann müssten wir nicht mehr … 35 Jahre später sind wir immer noch im Geschäft. Ja, es ist noch lange nicht vorbei. Es gibt immer noch mehr Ideen, als wir umsetzen können. Es gibt also noch einiges, worauf wir setzen werden und worauf wir tatsächlich setzen.
[34:15] Auf dem Weg zu einer integrierten digitalen Lieferkette
Roel van Gils: Es gibt also immer noch mehr Ideen, als wir umsetzen können. Die Prozesse in Fertigungsunternehmen zu einer einzigen integrierten digitalen Kette zusammenführen. Das ist eigentlich, glaube ich…
Rony Verlee: Stimmt. Und ja, was den Bodenbelag angeht, kennt uns jeder, aber auch im Bereich der Wände und anderer Fertigbauteile, also Maßanfertigungen, maßgefertigte Fertigbauteile. Und so arbeiten wir wirklich mit Hochdruck daran und entwickeln Lösungen, um auch in diesem Bereich eine Antwort parat zu haben.
Roel van Gils: Ach was. Rony, danke.
Rony Verlee: Gern geschehen, vielen Dank.
[34:47] Abschluss
Roel van Gils: „Beton und Stahlbau“, der Podcast, ist eine Produktion der Louwers Mediagroep in Weert.

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