Für Avezaat Staal bricht eine neue Phase an. Das Familienunternehmen aus Vlaardingen, das sich auf das Schneiden von Stahl unter anderem für die Offshore-Industrie, den Schiffsreparaturbereich, den Maschinenbau und die Infrastruktur spezialisiert hat, zieht an einen neuen Produktionsstandort um, der viermal so groß ist wie der derzeitige Standort.
Der Umzug soll bis Ende 2026 abgeschlossen sein und bildet laut Geschäftsführer und Inhaber Barend Avezaat die Grundlage für weiteres Wachstum, mehr Effizienz und eine deutliche Verbesserung der Nachhaltigkeit der Betriebsabläufe.
Obwohl der neue Standort zahlreiche Chancen bietet, blickt Avezaat auch mit einer gewissen Wehmut auf den Auszug aus dem derzeitigen Gebäude zurück. “Hier liegt ein Stück Geschichte unseres Unternehmens. Gleichzeitig gibt uns dieser Schritt jedoch die Möglichkeit, unsere Zukunftspläne tatsächlich zu verwirklichen.”

Aufgrund des Unternehmenswachstums und der steigenden Nachfrage nach schneller Lieferung und einem breiten Sortiment an Stahlprodukten wurde der derzeitige Standort zunehmend zum Engpass. “Wir stoßen eigentlich schon seit etwa sieben Jahren an unsere Grenzen”, erzählt Avezaat. “Nicht nur in Bezug auf die Lagerung, sondern auch in der Logistik und bei den Möglichkeiten, neue Kunden zu bedienen.” Der neue Standort bietet hierfür eine Lösung. Durch die größere Fläche entsteht mehr Platz für Lagerung, Produktion und interne Logistik. Materialien können größtenteils im Haus verarbeitet und gelagert werden, was nicht nur effizienter ist, sondern auch der Qualität der Produkte zugutekommt.
“An unserem neuen Standort können wir die Warenströme wesentlich intelligenter organisieren. Dadurch durchlaufen die Materialien den Prozess schneller, und wir können unsere Kunden noch besser bedienen, als dies bereits jetzt der Fall ist.”
Neben der zusätzlichen Kapazität ist die Verbesserung der Nachhaltigkeit ein wichtiger Grund für den Umzug. Das Unternehmen investiert massiv in Solaranlagen, Energiespeicher und Energiesparmaßnahmen. Ziel ist es, einen erheblichen Teil des Energiebedarfs selbst zu decken und gleichzeitig die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern. “Wir wollen so weit wie möglich auf fossile Energien verzichten. Der neue Standort gibt uns den Spielraum, dabei große Schritte zu machen”, sagt Avezaat. Auch innerhalb des Produktionsprozesses wird nach Alternativen gesucht. Für das Autogenschneiden von Stahl untersucht das Unternehmen den Einsatz von Wasserstoff als Ersatz für herkömmliche fossile Gase. Dank technologischer Entwicklungen und der wachsenden Verfügbarkeit von Wasserstoff in der Region Rotterdam sieht Avezaat hierfür immer mehr Möglichkeiten. “Für einen Großteil der Materialien, die wir schneiden, ist Wasserstoff mittlerweile sowohl technisch als auch wirtschaftlich machbar. Das bietet Perspektiven für die Zukunft.”
Darüber hinaus wird in moderne Absaugsysteme, Filteranlagen und energieeffiziente Anlagen investiert. Damit will das Unternehmen die Emissionen von Feinstaub, Stickstoff und CO₂ erheblich reduzieren. Laut Avezaat lässt sich dadurch die Gesamtumweltbelastung im Vergleich zur derzeitigen Situation um mehrere Dutzend Prozent senken.

Nicht nur Nachhaltigkeit steht im Mittelpunkt. Auch die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter finden große Beachtung. Avezaat Staal ist als eng verbundenes Familienunternehmen bekannt, dessen Mitarbeiter sich durch eine bemerkenswert lange durchschnittliche Betriebszugehörigkeit auszeichnen. “Gute Mitarbeiter zu halten, beginnt mit einem angenehmen Arbeitsumfeld. Mehr Platz, bessere Luftqualität und effizientere Prozesse tragen allesamt zur Arbeitszufriedenheit bei.”
Der neue Standort bietet zudem Raum für weitere Automatisierung. Moderne Schneidemaschinen übernehmen zunehmend Mess- und Kontrollaufgaben, wodurch effizienter gearbeitet und Verschwendung reduziert werden kann. Gleichzeitig bleibt laut Avezaat handwerkliches Können ein unverzichtbarer Faktor innerhalb des Unternehmens.
Mit dem Umzug an den neuen Standort legt Avezaat Staal ein solides Fundament für die Zukunft. Eine Zukunft, in der Wachstum, Innovation und Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen. “Wenn wir in fünf Jahren zurückblicken, hoffe ich, dass wir mehr als die Hälfte unserer Energie selbst erzeugen, noch effizienter arbeiten und unseren Kundenstamm weiter ausgebaut haben. Dieser Umzug ist dafür ein wichtiger erster Schritt.”