Digitalisierung, integrierte Zusammenarbeit und ein immer höherer Detaillierungsgrad bei Planung und Ausführung. Die Gewinner der Construsoft BIM Awards 2026 zeigen, wie sich Building Information Modeling (BIM) vom Planungswerkzeug zu einem strategischen Instrument für die gesamte Baukette weiterentwickelt. BIM-Works, Byldis, Mertens Bouwbedrijf, Reijrink Staalconstructie, Teken- en Adviesburo Gerard van Meerveld und Victor Buyck Steel Construction sicherten sich die Hauptpreise in den verschiedenen Kategorien. Damit zeichnen sie sich nach Ansicht der Jury in den Bereichen Innovation, Umsetzbarkeit, Nachhaltigkeit und Zusammenarbeit aus.
Die Ausgabe 2026 zog 25 Einreichungen aus verschiedenen Disziplinen der Baubranche an. Von groß angelegten Wohnbauprojekten und komplexen Stahlkonstruktionen bis hin zu Infrastrukturprojekten und Sportanlagen: Die Vielfalt der Projekte unterstreicht, wie breit gefächert BIM mittlerweile eingesetzt wird. Auffällig ist dabei, dass nicht nur große Marktteilnehmer teilnahmen, sondern auch kleinere Unternehmen, die mit intelligenten digitalen Arbeitsmethoden zeigen, dass BIM für Organisationen jeder Größe zugänglich ist.

Die Fachjury bestand aus Frank Maatje („Bouwen met Staal“), Maikel Jagroep (Betonverband), Hans Hendriks (deBIMspecialist) und Jeroen Coenders (Packhunt & Voortaan). Bei der Bewertung wurden der Einsatz von BIM, Innovationskraft, Umsetzbarkeit, Nachhaltigkeit und der Grad der Einzigartigkeit eines Projekts innerhalb seiner Branche berücksichtigt. Nach Ansicht der Jury war das Niveau der eingereichten Beiträge erneut hoch.
Besonders auffällig war das zunehmende Augenmerk auf Nachhaltigkeit, die Wiederverwendung von Materialien und Energieeinsparung. Darüber hinaus stellte die Jury einen deutlichen Anstieg der BIM-Anwendungen bei Infrastrukturprojekten fest. Diese Entwicklung bestätigt, dass sich das digitale Engineering nicht mehr nur auf den Gewerbebau und den Wohnungsbau beschränkt, sondern zunehmend auch bei komplexen Brücken, Ingenieurbauwerken und anderen Infrastrukturprojekten zum Einsatz kommt.
Der Wettbewerb wird jährlich vom Softwareanbieter Construsoft für Nutzer von Tekla Structures und Trimble Connect organisiert. Die eingereichten Projekte wurden ganz oder teilweise mit diesen digitalen Plattformen entwickelt, die Entwurfs-, Fertigungs- und Ausführungsprozesse in einer integrierten Umgebung zusammenführen.

In der Kategorie „Gewerbe-Projekte“ ging der Sieg an Byldis mit dem Dreef Residential Tower in Amsterdam. Der Wohnhochhauskomplex, der gegenüber der Johan Cruijff ArenA liegt, gehört zu den höchsten Wohngebäuden der Hauptstadt und ist ein wichtiges Bindeglied für die weitere städtebauliche Entwicklung von Amsterdam-Zuidoost.
Für das Projekt lieferte Byldis den kompletten Fertigbeton-Rohbau sowie die Fassaden. Dabei wurde stark auf einen modellbasierten Ansatz gesetzt, bei dem Engineering, Fertigung und Montage digital miteinander verknüpft sind. Nach Ansicht der Jury zeichnet sich das Projekt durch den hohen Detaillierungsgrad und den konsequenten Aufbau des BIM-Modells aus. Durch den Einsatz eigener Erweiterungen innerhalb von Trimble Connect konnte die Abhängigkeit von herkömmlichen 2D-Zeichnungen deutlich verringert werden. Das Projekt zeigt damit, wie ein vollständig digitaler Bauprozess in der Praxis funktionieren kann, wobei das Modell die zentrale Informationsquelle darstellt.
Der Preis für Industrieprojekte ging an Reijrink Staalconstructie für das Greenport-Projekt in Pernis. An diesem Standort im Rotterdamer Hafengebiet entsteht einer der größten Schiffbaustandorte der Niederlande mit Hallen von beeindruckenden Ausmaßen, die für groß angelegte maritime Konstruktionen konzipiert sind.
Gerade bei Projekten dieser Größenordnung wird deutlich, welche Rolle BIM bei der Steuerung komplexer Prozesse spielen kann. Große Spannweiten, umfangreiche Stahlkonstruktionen und eine hohe Ausführungsgeschwindigkeit erfordern eine präzise Abstimmung zwischen Entwurf, Planung und Umsetzung. Nach Ansicht der Jury zeichnet sich das Projekt durch die Kombination aus Umfang und Tempo aus. Durch den Einsatz von BIM als zentrales Koordinationsinstrument konnten Prozesse besser gesteuert und Fehlerkosten begrenzt werden. Damit zeigt Greenport, wie die Digitalisierung einen wichtigen Beitrag zur Realisierung komplexer industrieller Bauprojekte innerhalb kurzer Durchlaufzeiten leistet.
Die auffälligste Doppelauszeichnung ging an Victor Buyck Steel Construction. Das Unternehmen gewann nicht nur in der Kategorie „Infrastrukturprojekte“, sondern erhielt auch den Publikumspreis für die Ringvaartbrücke in Gent. Das Projekt erhielt 208 der insgesamt 1.861 abgegebenen Stimmen.
Die Brücke bildet ein neues Tor zum Hafengebiet von Gent und beeindruckt durch ihre Ausmaße und ihre charakteristische Pyramidenform. Mit einer Länge von über 100 Metern, einer Breite von etwa 55 Metern und einem Stahlgewicht von mehr als 2.600 Tonnen gehört das Projekt zu den größeren infrastrukturellen Stahlkonstruktionen der letzten Jahre.
Die Jury lobt vor allem den ganzheitlichen Ansatz bei Entwurf und Ausführung. Die Brücke wurde größtenteils neben dem Ringvaart errichtet und anschließend mithilfe von Pontons und Spezialtransportgeräten an ihren endgültigen Standort gebracht. Ein Vorhaben, das nur dank einer sorgfältigen Vorbereitung und digitalen Koordination möglich war. Nach Ansicht der Jury ist die Ringvaartbrücke ein überzeugendes Beispiel dafür, wie BIM zur erfolgreichen Umsetzung groß angelegter Infrastrukturprojekte beitragen kann, bei denen Entwurfsqualität, technische Komplexität und Ausführungssicherheit zusammenkommen.
In der Kategorie „Sport und Freizeit“ wurde das Bauunternehmen Mertens für den Sportkomplex Glanerbrook ausgezeichnet. Dieses umfangreiche Projekt vereint Sporthallen, Schwimmbäder, eine Eishalle und verschiedene Außenanlagen in einem integrierten Komplex. Dabei werden bestehende und neue Gebäude zu einer einheitlichen Sportanlage zusammengefasst.
Nach Ansicht der Jury liegt die Stärke des Projekts in der Integration verschiedener Bauweisen. Stahl-, Beton- und Holzkonstruktionen wurden in einem einzigen Entwurf kombiniert, während auch Haustechnik und Energieversorgung vollständig in das BIM-Modell integriert wurden. Dieser ganzheitliche Ansatz war unerlässlich, da der Komplex während der Bauarbeiten teilweise weiter genutzt wurde. Durch die vorausschauende digitale Koordination aller Fachbereiche konnten Risiken minimiert und die Umsetzbarkeit erhöht werden. Auch die Nachhaltigkeitsziele fallen ins Auge: So sind unter anderem Solarmodule, Energiespeicherung und die Rückgewinnung von Restwärme wichtige Säulen des Entwurfs.
Die BIM Awards 2026 machen erneut deutlich, dass sich BIM zu einem unverzichtbaren Bestandteil moderner Bauprozesse entwickelt. Die prämierten Projekte zeigen, dass digitale Zusammenarbeit nicht nur zu einer besseren Koordination führt, sondern auch zu höherer Qualität, mehr Nachhaltigkeit und einer effizienteren Umsetzung beiträgt. Damit spiegeln die Gewinner repräsentativ die Richtung wider, in die sich die Beton- und Stahlbranche immer deutlicher bewegt.
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