Beim Hilfswärmekraftwerk (HWC) „Het Groene Veld“ in Amsterdam-Nord geht es bei der Stahlkonstruktion nicht nur um statische Eigenschaften, sondern vor allem um die Abstimmung. Hinter der monolithischen Erscheinung des Gebäudes, das vom Architekten als Meteorit in der Landschaft konzipiert wurde, verbirgt sich eine Stahlkonstruktion, in der Haupttragwerk, Fassaden- und Dachstahl, Installationsträger, Treppen und Podeste ständig aufeinander abgestimmt werden mussten. Für Buiting Staalbouw war gerade diese Vielschichtigkeit der Kern der Aufgabe.
Das für Westpoort Warmte realisierte Projekt, bei dem Equans als Bauunternehmer fungierte, umfasst rund 300 Tonnen Stahl. Buiting Staalbouw arbeitete den Entwurf weiter aus und übernahm die gesamte Planung, Lieferung und Montage der Stahlkonstruktion, einschließlich Verkleidung, Treppen und Geländer. “Es handelt sich um ein komplexes Gebäude mit schrägen Flächen, schrägen Anschlüssen und einer dichten Anordnung von Installationen”, erklärt Projektleiter Johan Burger von Buiting Staalbouw. “Das bringt die entsprechenden Herausforderungen mit sich. Während der Vorbereitung und Ausführung war einer der wichtigsten Schwerpunkte das Zusammenspiel zwischen der Fassade und der Haupttragkonstruktion. Das scheinen getrennte Aufgaben zu sein, aber in der Praxis greift alles ineinander.”


Gerade in dieser gegenseitigen Abhängigkeit lag die technische Komplexität. “Das erfordert eine intensive Abstimmung zwischen den am Projekt beteiligten Konstrukteuren hinsichtlich Belastungen, Kraftübertragungen und Detailberechnungen, da sich Änderungen in einem Modell unmittelbar auf das andere auswirkten”, fährt Burger fort. Hinzu kam, dass sich auch die Haustechnik noch in voller Entwicklung befand, während die Stahlkonstruktion bereits im Gange war. Die Schornsteine sind in diesem Zusammenhang ein anschauliches Beispiel. “Diese sind unten abgestützt, erfordern aber weiter oben in der Stahlkonstruktion eine Abstützung mit einer Gleitverbindung, damit eine thermische Ausdehnung möglich bleibt. Solche Vorkehrungen scheinen zwar spezielle Details zu sein, haben aber direkte Auswirkungen auf die Gestaltung der Knotenpunkte, die Position des Sekundärstahls und die Montagereihenfolge.”
Die komplexe Geometrie machte die Aufgabe besonders schwierig. Burger: “Durch die schrägen Fassadenflächen und die allseitige Form entstanden natürlich schwierige Anschlüsse und unregelmäßige Knotenpunkte. Oder was ist mit den Wendeltreppen, die aufgrund der nach innen verlaufenden Flächen an einigen Stellen unten durch die Fassade ragten? Das wurde durch eine Drehung des Treppenpodests gelöst, aber so macht man selbst eine einfache Wendeltreppe ziemlich kompliziert. Architektonischer Ausdruck wirkt sich also in den unterschiedlichsten Details aus.”

Auch die Montage erforderte eine Strategie, die bereits im Modell vorbereitet wurde. Zunächst wurde die Hauptkonstruktion errichtet, wobei in Querrichtung nur begrenzt Stahl verwendet wurde, sodass man die Dachkonstruktion noch von innen mit Hubarbeitsbühnen erreichen konnte. Anschließend folgte der Aufbau der Stockwerke mit einem Minikran aus dem Inneren des Gebäudes heraus. Im oberen Bereich konnte noch mit einem Kran durch das Dach gearbeitet werden; weiter unten im Baukörper nahm der Freiraum durch die Anhäufung von Stahl, Treppen, Podesten und Installationen schnell ab. Burger bezeichnet diese Zugänglichkeit ausdrücklich als Herausforderung. “Das sagt viel über dieses Projekt aus: Nicht die Abmessungen einzelner Elemente machten es besonders, sondern die Dichte der Funktionen in einer unregelmäßigen Hülle.”
Die Anlage wird nur gelegentlich eingesetzt, wenn das Fernwärmenetz zusätzliche Kapazität benötigt, doch die Stahlkonstruktion musste für alle Szenarien permanent einsatzbereit sein. Gerade in diesem Spannungsfeld zwischen Optik, Installation und Ausführung hat Buiting Staalbouw seinen Mehrwert unter Beweis gestellt. Oder, wie Burger es ausdrückt: “Es macht auch wieder unglaublich viel Spaß, so ein außergewöhnliches Projekt zu realisieren. Im Bereich Engineering ist es zudem eine Herausforderung, dass sich ständig alles ändert und man den Kunden dabei unterstützen und ihm die Arbeit abnehmen kann.”